27.10.2005 16:03 |

Verblüffend

Mädchengeburten vor allem bei schlechter Luft

Brasilianische Forscher haben im Rahmen einer umfassenden Studie Verblüffendes herausgefunden: In Gebieten mit schlechter Luftqualität kommmen deutlich mehr Mädchen als Buben zur Welt! Einem Bericht der Zeitschrift "Nature" zufolge ist am ehesten das für männliche Nachkommen verantwortliche Y-Chromosom daran "schuld". Es ist vermutlich schwächer als das X-Chromosom und leidet daher stärker unter schädlichen Umwelteinflüssen. Die Folge: mehr Mädchen...

In den am wenigsten verschmutzten Regionen der brasilianischen 17-Millionen-Metropole Sao Paolo waren 48 Prozent der Babys weiblich, in den am stärksten belasteten 49 Prozent. Und auch beim Vergleich sämtlicher Regionen wurde eine signifikante Differenz festgestellt.

Mädchen für Nachkommenschaft wichtiger
Aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg ist bekannt, dass es einen deutlichen Trend zugunsten männlicher Nachkommen gab. Umgekehrt ist in Zeiten nach Naturkatastrophen und Krisen die Zahl an weiblichen Nachkommen im Verhältnis deutlich höher. Offensichtlich geht in harten Zeiten die Natur auf Nummer sicher und bringt mehr Mädchen hervor. Buben hingegen sind risikofreudiger. "Es sieht so aus, als würde sich die menschliche Rasse selbst neu besiedeln. Und dafür sind Mädchen wichtiger", so Jorge Hallak, Leiter des Projekts.

Weitere Studien in anderen Städten folgen
Warum Umweltverschmutzung die Verhältnisse der Geschlechter beeinflussen kann, ist unklar. Wissenschaftler nehmen an, dass das Y-Chromosom in den Spermien, das für männliche Nachkommen steht, schwächer ist als das X-Chromosom. Chemikalien können, und das ist bekannt, die Qualität und die Zahl der Spermien nachhaltig beeinflussen. Ob das Y-Chromosom tatsächlich schwächer ist, ist eine reine wissenschaftliche Spekulation, berichtet Nature. Die Wissenschaftler wollen nun aber andere Millionenstädte mit extrem schlechter Luft wie etwa Peking oder Jakarta unter die Lupe nehmen.

Freitag, 25. Juni 2021
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