26.10.2005 18:29 |

Rätsel gelöst

Warum Moskitos keine Malaria bekommen

Wissenschaftler der Johns Hopkins University sind einem Rätsel der Anopheles-Mücken auf die Spur gekommen: Sie haben ein Gen identifiziert das verhindert, dass sich die Mücken selbst mit Malaria anstecken, berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences. Die Forscher wollen damit erneut eine Waffe gegen die tödliche Erkrankung finden. Malaria fordert jährlich zwischen 1,5 und 2,7 Mio. Todesopfer, zwischen 300 und 500 Mio. Menschen erkranken daran.

Das geheimnisvolle Gen trägt den Namen SPRN6. Nach Angaben der Forscher soll nun versucht werden, chemische Sprays zu entwickeln, die den Genschalter praktisch umlegen, so dass sich die Tiere selbst mit Malaria infizieren.

Malaria bald keine Gefahr mehr?
Die Moskitos wären dann nicht länger eine Gefahr für den Menschen, da sie den Parasiten Plasmodium nicht mehr übertragen können, glauben die Forscher. "Es sind noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, allerdings planen wir dieses Wissen für die Entwicklung neuer Waffen gegen Malaria zu nutzen", so Marcelo Jacobs-Lorena vom Department of Molecular Microbiolgy & Immunology.

Das Forscherteam um Jacobs-Lorena hatte in zwei untersuchten Moskitospezies Anopheles stephensi und Anopheles gambiae entdeckt, dass das Gen SPRN6 normalerweise "ausgeschaltet" ist. Wenn sich die Moskitos mit dem Parasiten infiziert haben, wird dieses Gen aktiviert.

Wenn nun das Gen ausgeschaltet bleibt, ist die Zahl der Parasiten, die sich bei Anopheles stephensi entwickelt hat, um das dreifache gestiegen. Wenn das Gen komplett entfernt wurde, verlangsamte sich der Prozess deutlich.

Quelle: pressetext.at

Donnerstag, 06. Mai 2021
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