07.08.2013 08:55 |

Echolotdaten zeigen:

Tohoka-Beben verschob Erdplatten um 2 bis 3 km

Am 11. März 2011 hat das Tohoka-Seebeben vor Japans Küste einen verheerenden Tsunami ausgelöst, der weite Landstriche verwüstete, über 15.000 Menschen das Leben kostete und zur Reaktor-Katastrophe in Fukushima führte. Jetzt hat ein Forscherteam herausgefunden, dass sich bei dem Beben die oberflächennahe Grenze zweier Erdplatten um gleich mehrere Kilometer verschoben hat.

Als am Nachmittag des 11. März 2011 die Erde bebte, entluden sich im Epizentrum rund 130 Kilometer vor der Küste der japanischen Insel Honshu, wo die Pazifische Platte unter die Eurasische Platte abtaucht, gewaltige Energien. Kräfte, die sich an den ineinander verkeilten Plattengrenzen seit dem letzten Megabeben im Jahre 869 aufgestaut hatten, führten dazu, dass die Erdkruste in wenigen Minuten auf einer Länge von 400 Kilometern aufriss.

Spuren des Bebens im Japan-Graben kartiert
Mithilfe von Echolot-Systemen an Bord der Forschungsschiffe MIRAI bzw. SONNE (Bild 2) haben die Forscher im Rahmen von zwei Expeditionen den mehrere Kilometer breiten Japan-Graben kartiert. Vergleiche mit Daten, die 1999 und 2004 erhoben worden waren, zeigten nun, wie das Beben die Gestalt des Meeresbodens veränderte, berichtet ein deutsch-japanisches Forscherteam.

Als Folge der Erschütterungen der Stärke 9 wurden Teile der Honshu-Küste ruckartig um bis zu fünf Meter Richtung Osten versetzt. Am Rand des Japan-Grabens betrug der Versatz von Teilen der Erdkruste sogar über 50 Meter. Die plötzliche Plattenbewegung hob den Meeresboden auf einer Fläche von der Größe des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holsteins um bis zu fünf Meter an. Durch das Seebeben ausgelöste Unterwasser-Rutschungen verfrachteten große Gesteinsmassen in den Japan-Graben und stauchten den Meeresboden, wodurch dort Wülste und Tröge entstanden, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Geology".

Erdplattengrenze gleich um Kilometer verschoben
Überrascht hat die Wissenschaftler ein weiterer Befund: Wie die Echolot-Daten zeigen, verschob sich durch die Bewegungen der Sedimentmassen die oberflächennahe Grenze der eurasischen Platte um zwei bis drei Kilometer nach Osten. "Als Geowissenschaftler sind wir es gewohnt, in sehr langen Zeiträumen von Jahrhunderttausenden oder gar -millionen zu denken", wird der Direktor des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM), Gerold Wefer auf der MARUM-Website zitiert. "Diese Expeditionen haben uns gezeigt, dass Plattengrenzen bisweilen auch von plötzlichen Ereignissen in Sekunden oder Minuten tiefgreifend verändert werden können."

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