06.08.2013 18:57 |

Brennpunkt Jemen

Medienberichte: Al-Kaida plant "etwas Großes"

Die vorübergehende Schließung der US-Botschaften in vielen Ländern der islamischen Welt und die Reisewarnung des US-Außenministeriums sind offenbar auf ein abgehörtes Telefonat zwischen zwei führenden Vertretern der Terrororganisation Al-Kaida zurückzuführen. Darin sei es um "etwas Großes" gegangen, berichtete der US-Sender CBS. Vor allem die Situation im Jemen ist höchst angespannt: Die US-Regierung forderte ihre Bürger am Dienstag auf, das Land unverzüglich zu verlassen. Andere westliche Länder zogen ihr Botschaftspersonal im Jemen ab.

Die Aufforderung, das Land zu verlassen, gelte wegen der "extrem hohen Bedrohung" auch für alle Mitarbeiter im Staatsdienst im Jemen, die nicht unbedingt für Notdienste benötigt würden, teilte das US-Außenministerium mit. Es herrsche große Sorge vor Anschlägen auf US-Niederlassungen, Unternehmen und westliche Einrichtungen, hieß es weiter.

Auch Briten, Deutsche und Niederländer ziehen Diplomaten ab
Auch Großbritannien und Deutschland zogen am Dienstag ihr Botschaftspersonal im Jemen ab. Die britischen Behörden warnten, die Gefahr sei sehr groß, "von bewaffneten Stammesangehörigen, Kriminellen und Terroristen" entführt zu werden. Die deutsche Botschaft soll laut Außenminister Guido Westerwelle zumindest bis 11. August geschlossen bleiben. Am Abend rief die niederländische Regierung ihre Bürger im Jemen dringend auf, das Land zu verlassen. Die niederländische Botschaft war bereits am vergangenen Wochenende geschlossen worden.

Jemen: Anweisungen "helfen terroristischen Elementen"
Jemens Außenminister Abu-Bakr al-Kirbi kritisierte die Anweisungen der westlichen Staaten. Diese seien zwar gut gemeint, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, "aber in Wirklichkeit helfen sie den terroristischen Elementen, ihre Ziele zu erreichen". Der Jemen habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die ausländischen Vertretungen zu schützen.

Liste mit 25 Terrorverdächtigen veröffentlicht
Die jemenitischen Behörden hatten zuvor eine Liste mit 25 gesuchten Verdächtigen veröffentlicht. Laut Verteidigungsministerium handelt es sich um Al-Kaida-Mitglieder, die wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gesucht werden. Sie hätten "Terrorattacken während der letzten Tage des Fastenmonats Ramadan" sowie zum islamischen Fastenbrechen Eid al-Fitr Ende der Woche geplant. Die Regierung lobte eine Belohnung von 23.000 US-Dollar für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Gesuchten führen.

Einer der Verdächtigen wurde Dienstag früh bei einem US-Drohnenangriff getötet, so die amtliche Nachrichtenagentur Saba. Insgesamt kamen den Angaben zufolge vier mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder bei dem Angriff auf ihr Fahrzeug in der östlichen Provinz Marib ums Leben.

Terrorwarnungen bleiben aufrecht
Die USA und die Polizeiorganisation Interpol hatten in den vergangenen Tagen weltweite Terrorwarnungen herausgegeben. Washington begründete seine Warnung laut der US-Tageszeitung "New York Times" mit einem abgehörten Gespräch zwischen Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri und seinem Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wuhayshi. Wuhayshi haben darin den Befehl erhalten, vom vergangenen Sonntag an Angriffe gegen US-Einrichtungen zu führen.

"Jetzt wird überlegt, ob die Al-Kaida ihren Angriff verschoben oder nur ein anderes Ziel ausgewählt hat", wurde der US-Abgeordnete Adam B. Schiff zitiert. "Ich glaube, die Geheimdienstleute wissen nicht mit Sicherheit, wo oder wann die Angriffe erfolgen könnten." 19 US-Botschaften und -Konsulate in verschiedenen Ländern der islamischen Welt sollen noch die ganze Woche geschlossen bleiben.

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