01.08.2013 09:30 |

Geballte Ladung Soul

Lee Fields brachte das Porgy & Bess zum Kochen

Mit seiner Band The Expressions hat am Mittwochabend der amerikanische Sänger Lee Fields in Wien Station gemacht und mit klassischem, herzzerreißenden Soul im Stile der 60er- und 70er-Jahre das ausverkaufte Porgy & Bess zum Kochen gebracht.

Um 21.30 Uhr betrat Fields' sechsköpfige Begleitband, The Expressions, die Bühne und stimmte das dicht gedrängte Publikum mit zwei Instrumentalnummern ("Thinking Black" und "Let's Go") auf den 62-jährigen Amerikaner ein. Der aus North Carolina stammende Sänger erschien, im hellen Anzug, wenige Minuten später und begeisterte gleich bei "My World" sowie dem darauffolgenden "Still Hanging On" mit sängerischer Urgewalt.

Der Großteil der gespielten Songs stammte von den Alben "My World" (2009) und "Faithful Man" (2012, Titelsong auf YouTube anhören). Diese hat Fields - der wie auch Charles Bradley oder Sharon Jones erst im Zuge des Soul-Revivals in den 1990er-Jahren wiederentdeckt wurde - mit den Expressions aufgenommen.

Großartiger Soul im 6oer-Jahre-Stil
Mit Songperlen wie etwa "I Still Got It", "Ladies", "Wish You Were Here", "Money I$ King" und "You're The Kind Of Girl" sowie überzeugender Intonation zeigte Fields, ein halbes Jahrhundert nach der Blütezeit des Soul, dass er, wäre er einige Jahre früher zur Welt gekommen, möglicherweise einer der Stars dieser Ära geworden wäre.

Was den Wien-Gig zu einem Erlebnis machte, war neben Fields' großartiger Stimme und Show vor allem die nicht zu übersehende und mitreißende Lust des Sängers und seiner Mitstreiter - wie die Dap Kings von Sharon Jones eine wilde Meute begeisterter jüngerer Musiker aus dem neuen Soul-Umfeld von Daptone Records - am Musizieren.

Nach knapp 70 Minuten beendete Fields mit dem Titelsong seines aktuellen Albums "Faithful Man" völlig verschwitzt und viel zu früh seinen Wien-Auftritt. Zwei Zugaben gab es aber noch: Die Instrumental-Nummer "Riot", die Fields die Gelegenheit gab, sich hinter der Bühne seines klatschnaßen Hemdes zu entledigen und ein Gilet überzustreifen, und "Honey Dove", dann war nach 80 Minuten aber wirklich Schluss.

Signierte nach Konzert geduldig Platten
Schon wenige Minuten nach dem Ende seines Auftritts erschien Fields gutgelaunt im Foyer des Porgy & Bess, signierte (inklusive persönlicher Widmung) geduldig Platten und CDs, die dort verkauft wurden, und bedankte sich bei seinen Fans fürs Kommen. Echt sympathisch.

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