Großer Andrang

Kirchenrebell auf USA-Tour: Schüller für Homo-Ehe

Österreich
24.07.2013 12:15
Ein österreichischer Pfarrer sorgt derzeit für Aufsehen in den USA: Die dreiwöchige US-Tour von Kirchenrebell Helmut Schüller, Sprecher der Pfarrer-Initiative, ist bereits zur Halbzeit höchst zufriedenstellend für die Veranstalter abgelaufen. So wird nicht nur von den Reformern selbst über unerwartet hohen Zuspruch in den katholischen Gemeinden berichtet, auch das Medieninteresse ist hoch. Indes sprach sich Schüller am Dienstagabend explizit für die Eheschließung homosexueller Paare aus.

Wenn es sich um "eine wirklich ernst gemeinte Partnerschaft" handle, so Schüller in einer "ZiB2"-Reportage, solle diese "auch so gewürdigt werden". Er persönlich sei für die Möglichkeit zu solchen Eheschließungen, betonte er.

Bereits seit Langem verlangen die Reformer von der Kirche, homosexuelle Partnerschaften "neu zu bewerten". Andere bereits bekannte Forderungen der Pfarrer-Initiative sind etwa die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Großer Rummel bei Vortrag in Boston
Im Zuge seiner USA-Tour hat Schüller, der dabei Vorträge zur Zukunft der katholischen Kirche hält, bereits seinen Auftritt in der Erzdiözese Boston absolviert, wo ihm der dortige Erzbischof untersagt hatte, in römisch-katholischen Räumlichkeiten zu referieren. Der "Aufruf zum Ungehorsam" der Pfarrer-Initiative widerspreche demnach nämlich der katholischen Lehre.

Die Veranstaltung fand schließlich kurzerhand Asyl in einem protestantischen Gotteshaus - das sich für den Andrang jedoch als zu klein erwies, wie Schüller in seinem Blog berichtete. Deshalb musste eine Übertragung ins Freie organisiert werden. Weitere bereits absolvierte Stationen sind New York City, Philadelphia, Washington, D.C. und Baltimore.

Kirchenrebell als Bleiglasfenster-Motiv
Organisiert wird Schüllers Tour von zehn reformorientierten katholischen US-Organisationen, die von der österreichischen Pfarrer-Initiative beindruckt sind und diese als Modell für Priester in den USA sehen. Das Interesse an Schüller gleicht dabei fast ikonenhafter Verehrung. So wird der Kirchenrebell im Blog "The Catholic Tipping Point" im Stile eines Heiligen als Bleiglasfenster-Motiv (links im Bild) dargestellt.

Aber auch die US-amerikanischen Medien sind längst auf die Anziehungskraft des Priesters aus Österreich aufmerksam geworden. So wurde Schüller bisher nicht nur von lokalen Sendern, sondern etwa auch vom TV-Giganten CBS interviewt.

Am Mittwoch steht Chicago auf dem Tourneeplan Schüllers, über Detroit und Denver geht es dann weiter an die US-Westküste nach Los Angeles und Seattle. Letzte Station ist am 7. August der Ort Manhasset im Bundesstaat New York.

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