21.07.2013 12:13 |

Sieg im Doppel

Klemenschits holt in Gastein ihren ersten WTA-Titel

Die Salzburgerin Sandra Klemenschits hat beim mit 235.000 Dollar dotierten Gastein Ladies ihren ersten Titel auf der WTA-Tour gewonnen. Die 30-Jährige besiegte am Sonntag mit ihrer slowenischen Partnerin Andreja Klepac im Doppel-Finale die griechische Paarung Kristina Barrois/Eleni Daniilidou mit 6:1 und 6:4.

Für Klemenschits ist dieser Sieg aber weit mehr als nur ein statistischer Wert, hat sie doch einen tragischen Lebensweg hinter sich. "Beim Matchball habe ich nur an Dani (ihre Schwester, Anm.) gedacht", schilderte die ÖTV-Spielerin, für die dieser Titel wohl auch ein Sieg über sich selbst war. Sie wollte ihn selbst mit einem Smash verwerten, doch dies misslang und das Match ging später durch einen Doppelfehler der Gegnerinnen an Klemenschits/Klepac. Doch dieser kleine "Schönheitsfehler" spielt freilich keine Rolle.

Im Frühjahr 2007 kam für die Zwillingsschwestern Sandra und Daniela Klemenschits, die zuvor erfolgreich gemeinsam Doppel gespielt hatten, die niederschmetternde Nachricht: Bei beiden war eine seltener Unterleibskrebs diagnostiziert worden. "Als man uns gesagt hat, dass diese Art von Krebs unheilbar ist, und wir nicht mehr viel Zeit zum Leben haben, waren wir schockiert", erzählte sie erst im vergangenen Mai. Es folgte ein fürchterlicher Leidensweg. Daniela Klemenschits ist am 9. April 2008 im Alter von nur 25 Jahren verstorben.

2008 in Gastein auf WTA-Tour zurückgekehrt
Sandra Klemenschits schaffte aber nicht nur die Genesung, sondern kehrte schon im Juli darauf - ausgerechnet in Bad Gastein (Bild 2) - auf die WTA-Tour zurück. Fünf Jahre später hat sich der Kreis für Sandra geschlossen. "Ich habe damals die Wildcard bekommen, damit ich wieder starte. Es ist mir damals sehr schwer gefallen, wieder zum Tennis-Schläger zu greifen, dadurch dass ich es mit Dani 15 Jahre gemacht habe", gesteht sie. Doch der Fokus auf den Sport habe ihr zurückgeholfen ins Leben.

"Was mir viel bedeutet: es sind einfach Leute hinter mir gestanden, als es mir wirklich schlecht gegangen ist. Jetzt freut es mich umso mehr, dass ich den Erfolg in Bad Gastein habe", freute sich Klemenschits über den Heimsieg, der ihr knapp 4.600 Euro Preisgeld und 280 Punkte im WTA-Ranking bringt. "Der Sieg ist sicherlich auch für die Dani und auch in Gedanken an Andrejas Papa, der vor kurzem an Krebs gestorben ist."

Muss noch immer zu medizinischen Kontrollen
Sie selbst hat die schwere Erkrankung zwar überstanden, doch immer noch muss sie alle zwei bis drei Monate zur Kontrolle nach Wien. Und bei jeder Untersuchung schwingt auch die Ungewissheit mit, erzählt sie. "Man weiß nie, was morgen ist. Drum sollte man jeden Tag, den man hat, genießen und leben, als wenn es der letzte wäre."

Sportlich geht es für Klemenschits in Baku weiter, am Montag erfolgt die Abreise nach Aserbaidschan. "Unser Ziel sind sicher die Top 50 und bei den Grand Slams eine gute Leistung zu bringen." Als 85. ist sie in das Turnier gestartet, ab Montag ist Klemenschits dem Ziel als prognostizierte 66. schon wesentlich näher gekommen.

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