16.07.2013 15:21 |

Tödliche Spätfolgen

Studie: Risiko durch Masern höher als bislang gedacht

Das Risiko von tödlichen Spätfolgen einer Maserninfektion ist höher als bis dato angenommen. Noch Jahre nach einer überstandenen Masern-Erkrankung kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen, wie deutsche Forscher jetzt herausgefunden haben. Diese sogenannte sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft immer tödlich.

Galt bisher die Annahme, dass diese Spätfolge in einem von 100.000 Fällen auftritt, berechneten die Forscher der Universität Würzburg sowie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit das Durchschnittsrisiko für Kinder unter fünf Jahren jetzt auf einen Wert von 1:3.300.

Krankheit endet immer tödlich
SSPE führt zu einem schleichenden Verlust aller geistigen Fähigkeiten und endet im Wachkoma, in dem die Betroffenen nach wenigen Monaten oder auch Jahren sterben. Eine Behandlung der Spätkomplikation ist nicht möglich.

In Deutschland wurden demnach zwischen 2003 und 2009 insgesamt 31 SSPE-Fälle erfasst. Alle Kinder waren zum Zeitpunkt der Maserninfektion jünger als fünf Jahre. Im selben Zeitraum wurden insgesamt 42.600 Maserninfektionen gemeldet. Dadurch ergab sich ein Risiko für Spätfolgen in einem von 3.300 Fällen. Allerdings liege das Risiko für Kinder im ersten Lebensjahr wahrscheinlich noch deutlich höher, erklärten die Forscher.

Impfung erst ab elftem Lebensmonat möglich
Zwar schützt eine Masern-Impfung vor SSPE. Sie ist aber erst ab dem vollendeten elften Lebensmonat möglich. Kinder im ersten Lebensjahr, für die das SSPE-Risiko am höchsten ist, können daher nicht durch eine Impfung geschützt werden, warnte Benedikt Weißbrich von der Universität Würzburg. Eltern sollten daher ihre Kinder dringend impfen lassen. Nur wenn viele Menschen gegen Masern immun sind, könne das Virus (Bild) ausgerottet werden.

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