10.07.2013 13:52 |

Beziehungskomödie

Über die Härten des Lebens: "Das Glück der großen Dinge"

Trotz Erschöpfung und Fieber wird ein kleines Mädchen mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Laut dem chaotischen Zeitplan der geschiedenen Eltern ist nun die Mutter wieder an der Reihe, sich um ihren Schützling zu kümmern. Das sechsjährige Mädchen gerät immer mehr zum Spielball der Erwachsenen, die neue Lebensentwürfe entwickeln, um ihr großes Glück zu finden. Kinostart: 12. Juli.

Die entnervte New Yorker Rocksängerin (Julianne Moore) braucht nicht lange, um ihrem Ehemann (Steve Coogan) zu vermitteln, dass sie seine ewige Kritik und Nörgelei satthat. Kurzerhand wirft sie ihren Gatten am späten Abend aus ihrem Appartement und tauscht konsequent die Türschlösser aus. Das fürsorgliche Kindermädchen (Joanna Vanderham) nimmt die kleine Tochter bei dem Streit aus der Schusslinie und lenkt sie geschickt ab. Dabei gerät sie selbst zwischen die Fronten.

Mit dem klassischen Streit um das Sorgerecht beginnt in "Das Glück der großen Dinge" ein heftiges Tauziehen um das sechsjährige Mädchen. Die freakige Sängerin und der eitle Kunsthändler sind so stark mit ihrer Karriere beschäftigt, dass die Kleine nur noch wie ein Pingpongball zwischen ihnen hin und her geworfen wird. Und so zieht das kleine Mädchen für ein paar Tage zum Vater, der das attraktive Kindermädchen geheiratet hat, um kurz darauf wieder zur Mutter umzusiedeln, die inzwischen mit einen jüngeren Barkeeper (Alexander Skarsgard) liiert ist.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Aus dem Jahr 1897 stammt Henry James' Romanvorlage "Maisie", die das Regieduo Scott McGehee und David Siegel ins hippe New York von heute verlegt, um die Story aus dem Blickwinkel ihrer sechsjährigen Heldin zu erzählen. Mit bewundernswerter Gelassenheit erträgt hier ein Kind die emotionalen Eskapaden seiner Eltern, die sich selbst wie trotzige Kinder benehmen und die gemeinsame Tochter als Faustpfand missbrauchen. Ein top besetzter, unsentimentaler Familienfilm voll schmerzlicher Wahrheiten, in dem ein Kind intuitiv die Schwierigkeit von Liebe, Nähe und Verantwortungsgefühl versteht.

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