Die Studie könne auch eine Erklärung dafür liefern, warum es grundsätzlich glücklich macht, Kinder zu haben: Sie bieten eine Möglichkeit, stellvertretend unerfüllte Wünsche zu erfüllen, schreiben Wissenschaftler um Eddie Brummelman von der Universität Utrecht (Niederlande) im Fachblatt "PLOS One".
Mithilfe eines bereits etablierten Fragebogens ermittelten die Forscher bei 73 Elternteilen zunächst, ob diese ihre Kinder sehr stark als Teil ihrer selbst betrachten oder eher als eigenständige Persönlichkeiten. Dann musste ein Teil der Teilnehmer eigene unerfüllte Wünsche aufschreiben und erklären, warum diese einmal wichtig waren.
Tennisstar, Autor, Unternehmer
Solche Wünsche waren zum Beispiel: ein berühmter Tennisstar werden, einen Roman schreiben oder ein erfolgreiches Unternehmen gründen. Eine andere Gruppe von Eltern schrieb nicht über die eigenen unerfüllten Wünsche, sondern über die von Freunden oder Bekannten. Schließlich mussten alle Teilnehmer eine Reihe von Statements beurteilen, etwa: "Ich wünsche mir, dass mein Kind Ziele erreicht, die ich nicht erreicht habe."
Die Auswertung der Fragebögen zeigte sich, dass vor allem Eltern, die Kinder stark als Teil ihrer selbst sahen, wünschten, dass ihr Nachwuchs die eigenen Träume wahr macht. Dieser Zusammenhang ergab sich allerdings nur dann, wenn die Eltern zuvor mit ihren eigenen unerfüllten Wünschen konfrontiert worden waren - und nicht, wenn sie über die Träume ihrer Bekannten nachgedacht hatten.
Weitere Untersuchungen notwendig
Die Forscher schränken ein, dass die Zahl ihrer Studienteilnehmer noch nicht sehr hoch sei und dass ein Großteil der Befragten (89 Prozent) Mütter waren. Weitere Untersuchungen müssten die Zusammenhänge bestätigen. Ob sich der Wunsch der Eltern, ihre Kinder mögen eigene Träume wahr machen, auch in der Erziehung widerspiegelt, sei bisher unklar.
Die Ergebnisse ihrer Studie könnten möglicherweise das Verhalten von Müttern oder Vätern erklären, die ihre sich teils sträubenden Kinder auf den Sportplatz oder die Showbühne treiben, erläuterte Brad Bushman, einer der beteiligen Wissenschaftler von der Ohio State University in Columbus.
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