Mursi-Erklärung

Ägypten bricht Beziehungen zu Assad-Regime ab

Ausland
16.06.2013 12:37
Ägypten bricht nach den Worten von Präsident Mohammed Mursi die Beziehungen zum Regime von Bashar al-Assad "endgültig" ab. Unterdessen steht einem deutschen Medienbericht zufolge die Lieferung von Luftabwehrraketen aus Saudi-Arabien an die Rebellen unmittelbar bevor.

Die syrische Botschaft in Ägypten werde geschlossen und der ägyptische Geschäftsträger aus Damaskus abgezogen, tönte Mursi vor Tausenden Anhängern bei einer Konferenz zur "Unterstützung Syriens" im Stadion von Kairo. Er sprach sich für eine Flugverbotszone über Syrien aus und richtete zudem eine Warnung an die radikal-islamistische schiitische Miliz Hisbollah: "Wir setzen uns gegen die Hisbollah und ihre Gewalt gegen die syrische Bevölkerung ein." Die Miliz müsse Syrien endlich verlassen.

Ägypten gehört zur sogenannten Gruppe der Freunde Syriens. Darin vertreten sind die USA und europäische NATO-Verbündete sowie mehrere arabische Ländern, darunter die Hauptwaffenlieferanten der syrischen Rebellen: Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. 

US-Militärhilfe nach Überschreiten der "roten Linie"
Die US-Regierung hatte am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse erklärt, syrische Regierungstruppen hätten mehrmals Chemiewaffen im eigenen Land eingesetzt (siehe Infobox). Das Weiße Haus will nach dem Übertreten dieser "roten Linie" die Rebellen nun auch militärisch unterstützen.

Luftabwehrraketen aus Saudi-Arabien geplant
Offenbar plant nun auch Saudi-Arabien eine intensivere militärische Unterstützung der syrischen Aufständischen. Wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, steht die Lieferung von Luftabwehrraketen unmittelbar bevor. Beim Gerät solle es sich um sogenannte Man Pads des französischen Typs Mistral handeln. Der Einsatz der tragbaren Flugabwehrraketen könnte laut dem Bericht das Kriegsgeschehen erheblich beeinflussen.

Die militärische Überlegenheit der Streitkräfte von Präsident Assad beruht bisher vor allem auf ihrer Luftwaffe. Durch die Abwehrraketen könnte diese empfindlich getroffen werden. In den 1980er Jahren hatte die Lieferung von schultergestützten US-Luftabwehrraketen das Kräfteverhältnis im Kampf der Mujaheddin gegen die sowjetische Armee in Afghanistan entscheidend beeinflusst.

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