09.10.2005 14:20 |

Triebwerks-Problem

Europäischer Klimasatellit CryoSat abgestürzt

Ein Satellit der europäischen Raumfahrtagentur ESA zur genauen Vermessung der Eismassen auf der Erde ist laut russischen Angaben nach dem Start am Samstag auseinandergebrochen und ins Meer gestürzt. Ein Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde erklärte, ein Triebwerk habe nicht gezündet und der Satellit habe deswegen nicht die Umlaufbahn erreicht.

CryoSat war am Nachmittag an Bord einer russischen Rockot-Rakete vom nordrussischen Raumfahrtzentrum Plesezk gestartet worden. Nach dem Start verzögerte sich jedoch die Aufnahme eines Funkkontakts zu der Raumsonde. Eineinhalb Stunden lang gelang es nicht, einen Kontakt zu CryoSat herzustellen.

Sollte Präzisionsbilder schießen
Der Satellit sollte Aufschluss über die Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Eismassen an den Polkappen und den Wasserspiegel des Meeres geben. Mindestens drei Jahre lang sollte der Radar-Satellit aus 720 Kilometern Höhe Präzisionsbilder von den schwer zugänglichen Polarregionen zur Erde schicken.

Der Zustand der Eisschichten an den Polkappen gilt als Schlüssel für die Entwicklung des Weltklimas. Sollten die Eisschichten in Grönland und der Antarktis in den kommenden Jahrzehnten abschmelzen, müsste die Menschheit mit einem dramatischen Ansteigen der Meeresspiegel und einer sich rapide erwärmenden Atmosphäre rechnen. Über die Veränderungen der teils kilometerdicken Land-Eismassen liegen bisher nur unzureichende Daten vor. CryoSat soll hier Abhilfe schaffen.

CryoSat wurde vom Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gebaut. Der 650 Kilogramm schwere Satellit kostete 140 Millionen Euro.

Montag, 21. Juni 2021
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