Berstende Eisscholle

Russische Forscher von Polarstation SP-40 gerettet

Wissen
13.06.2013 13:29
Vor der Küste Kanadas hat die Crew eines russischen Eisbrechers alle 16 Forscher der Polarstation SP-40 (Bild 2) rechtzeitig von einer brechenden Eisscholle gerettet. Der Besatzung der "Jamal" sei es bei dem Notfalleinsatz gelungen, in nur vier Tagen das gesamte Camp samt Kisten und Baracken zu evakuieren, sagte Jekaterina Ananjewa von der Gesellschaft Rosatomflot.

Eile war geboten, denn die einzelnen Teile der Station waren den Angaben zufolge bereits über die sechs Eisschollen verstreut. "Als letzte Handlung wurde die russische Flagge eingeholt. Damit hat die Forschungsstation SP-40 offiziell aufgehört zu existieren", sagte Ananjewa. Die 75.000 PS starke "Jamal" habe bereits wieder von der Station, die sich unweit der kanadischen Grenze befindet und seit Oktober 2012 Veränderungen im Polargebiet untersucht, abgelegt.

Verlust der Forschungsanlagen drohte
Der atomgetriebene Eisbrecher war am vergangenen Wochenende nach rund einwöchiger Fahrt vom Heimathafen Murmansk bei der Station in der Beaufortsee eingetroffen, nachdem die Wissenschafter um Hilfe gebeten hatten. Die Eisscholle, auf der sich ihr Camp befand, hatte nach rund achtmonatigem Forschungseinsatz auseinanderzubrechen begonnen. "Die Risse nehmen dramatisch zu", sagte Expeditionsleiter Wladimir Sokolow im Mai (siehe Infobox). Bereits 2010 hatte Russland seine Station SP-37 wegen eines drohenden Schollenbruchs räumen müssen.

Greenpeace-Kritik an Drifteis-Stationen
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte mehrfach auf das Risiko sogenannter Drifteis-Stationen aufmerksam gemacht. Zwar sei die Erforschung der Arktis wichtig, ein Camp mit Baracken, Treibstoff und Geräten stelle aber auch eine Belastung für die unberührte Natur dar.

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