Will & Jaden

Smith-Doppelpack kämpft gegen Aliens: “After Earth”

Kino
05.06.2013 15:04
1.000 Jahre in der Zukunft ist die Erde für die Menschheit wieder einmal unbewohnbar geworden. Diese hat sich glücklicherweise aber schon lange vom blauen Planeten, der nun wieder von Fauna und Flora beherrscht wird, verabschiedet und fristet auf "Nova Prime" ihr Dasein - in ständiger Angst vor insektenhaften Aliens, den Ursas, die ihre Opfer aufgrund des Angstgeruchs lokalisieren können.

Klingt die Ausgangsbasis von "After Earth" (Kinostart: 7. Juni) schon nach altbackenem SciFi-Einerlei, kann der Film mit Will Smith und Sohn Jaden in den Hauptrollen auch 100 Minuten später nur ein müdes Lächeln und Kopfschütteln evozieren.

Das futuristische Setting dient in erster Linie der Ergründung einer Vater-Sohn-Beziehung: General Cypher Raige (Will Smith) gilt als Militärheld, da er sich von den Ursas schützen kann, indem er seine Angst unterdrückt. Um das "Ghosting" genannte Vorgehen weiterzugeben, reist er mit seinem Sohn, dem Kadetten Kitai (Jaden Smith), zu einer Ausbildungsmission. 

Als das Raumschiff in einen Meteoritenhagel gerät, findet man sich nach einer Bruchlandung auf der Erde wieder. Und während Cypher schwer verletzt im Rumpf des Schiffes zurückbleibt, begibt sich Kitai auf eine strapaziöse - und actionreiche - Mission, um das rettende Funkgerät zu finden.

Smith junior muss Großteil des Films alleine schultern
Jaden Smith ("Karate Kid") muss dadurch einen Großteil des Films auf seinen Schultern tragen, was dem 14-Jährigen mehr schlecht als recht gelingt. Bebende Nasenflügel und ein angsterfüllter Blick angesichts diverser Fluchtsequenzen sind das Höchste der Gefühle, während Vater Will seinen General als Stoiker mit militärischer Strenge anlegt und dabei ebenso hölzern wie blass bleibt. Erschwerend kommen die vor Pathos triefende Anweisungen Cyphers hinzu, die per Funk zu seinem Sohn gelangen: "Angst ist nur eine Möglichkeit", "Verschmelze mit dem Hier und Jetzt" oder "Du bestimmst diesen Augenblick".

Nicht zuletzt diese immer wieder prägnant eingesetzte "Überwindung der Angst" brachte dem Film bei amerikanischen Kritikern einiges an Häme ein, sehen sie darin doch Scientology-Referenzen (siehe Infobox). Ob Will Smith, auf dessen Idee das Drehbuch beruht, das im Hinterkopf hatte, sei dahingestellt. Das von "The Sixth Sense"-Regisseur M. Night Shyamalan inszenierte Bombast-Spektakel kann jedenfalls in keiner Weise überzeugen, bietet höchstens absurde Dialoge, lieblos aneinandergereihte computeranimierte Bilder und eine sich dröge dahinschleppende Handlung. So haben sich letztlich weder die Familie Smith (die auch mehrfach auf den Produzentenstühlen sitzt) noch Shyamalan mit "After Earth" einen Gefallen getan.

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