Die Veränderung bei den Mienen liege an der thematischen Ausrichtung der Lego-Bausets, erklärte der Studienleiter und Direktor des Forschungszentrums der Hochschule HITLab, Christoph Bartneck. "Unserem Eindruck nach bauen die Themen zunehmend auf Konflikten auf. Häufig kämpft eine gute Macht gegen eine böse." Man komme nicht umhin, sich zu fragen, wie diese Entwicklung von ursprünglich ausschließlich positiven hin zu immer mehr negativen Gesichtsausdrücken sich darauf auswirke, wie Kinder spielen, so der Roboter-Forscher.
Bei den Gesichtern gibt es die unterschiedlichsten Facetten: "Gute Charaktere können beim Kampf leiden, während Bösewichte süffisant lächeln", schilderte Bartneck. Er rief den Hersteller auf, sich um angemessene Gesichtsausdrücke zu bemühen und zu testen, wie die Figurenmimik von Kindern aufgenommen werde. Zu den Lego-Produkten gehören Bauspielesets, deren Szenerie und Charaktere Filmen oder Videospielen nachempfunden sind.
Lego weist Kritik der Forscher zurück
Hersteller Lego findet die Kritik am Unternehmen nicht rechtfertigt. "Wir unterstützen Gewalt nicht. Wir kombinieren Konflikte immer mit Humor", sagte Sprecher Roar Rude Trangbaek. Seinen Angaben zufolge erleichtert die Vielfalt der Gesichtsausdrücke das Spielen komplexerer Szenen. Die Nutzerforschung von Lego zeige, dass Buben von fünf bis neun Jahren gern Konflikte spielten, sagte er. "Also hat man den Cop, der den Gauner fängt." Es gebe aber in Bezug auf Konflikte Grenzen. "Wir wollen keine moderne Kriegsführung, keine modernen Waffen. Das Spielthema sollte sich nicht auf Gewalt, sondern auf Konflikte konzentrieren", so Trangbaek.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.