Rund 515 Kiesel sichtete das Team um Rebecca Williams vom Planetary Science Institute in Tucson im US-Staat Arizona auf den "Curiosity"-Aufnahmen, die der Rover am Gale-Krater (Bild) auf dem Mars aufgenommen hatte. Die Steine sind zwei bis 40 Millimeter dick und bilden ein festes Konglomerat mit Sand, wie es für Flusssedimente auch auf der Erde typisch ist.
Die Form der Kiesel zeige, dass sie von Wasser geschliffen wurden, erläuterten Wissenschaftler des Niels-Bohr-Instituts an der Universität Kopenhagen, die an der Analyse beteiligt waren. Wenn Steine durch Wind und Sandstürme verwitterten, würden sie rau und kantig. "Wir konnten sehen, dass nahezu alle 515 von uns analysierten Kiesel flach, glatt und rund abgeschliffen wurden", betont Asmus Koefoed von der Marsgruppe des Instituts in einer Mitteilung.
"Um Kiesel zu formen, muss Wasser fließen"
Die Form und Größe erlaubt den Forschern sogar Rückschlüsse auf die Eigenschaften der vergangenen Marsflüsse. "Um diese abgerundeten Kiesel zu formen und zu bewegen, muss es fließendes Wasser mit einer Tiefe zwischen zehn Zentimetern und einem Meter gegeben haben, das etwa einen Meter pro Sekunde schnell geflossen ist", erläutert Gruppenleiter Morten Bo Madsen. Das sei vergleichbar mit einem typischen dänischen Fluss.
Heute ist der Mars ein extrem trockener, kalter und lebensfeindlicher Ort, an dem flüssiges Wasser schnell verdampft. Mehrere Marsmissionen haben jedoch zahlreiche Hinweise auf die frühere Existenz von flüssigem Wasser auf dem Roten Planeten gefunden - etwa Canyons, ausgetrocknete Sturzbäche und Seen. Fast alle diese Formationen könnten sich jedoch auch durch plötzliche Ereignisse erklären lassen, etwa durch das Auftauen großer Wassermengen aus dem Dauerfrostboden des Mars nach einem Meteoriteneinschlag oder Vulkanausbruch.
Steine brauchen lange, bis sie rund sind
Kieselsteine brauchen dagegen eine lange Zeit, bis sie rund geschliffen sind. Damit Flüsse jedoch dauerhaft auf dem Mars existieren konnten, muss es dort deutlich wärmer gewesen sein und es muss eine viel dichtere Atmosphäre gegeben haben als heute. Die neuen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass diese warme, feuchte Periode auf dem Mars bis vor zwei oder drei Milliarden Jahren angehalten habe und damit deutlich länger als bislang angenommen, schreibt das Niels-Bohr-Institut. Die Entdeckung der Flusssedimente erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass es früher lebensfreundliche Gegenden auf dem Mars gegeben habe, schreiben die Forscher im US-Fachblatt "Science".
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