05.10.2005 12:59 |

Gift im Körper

Drei Mal mehr Acrylamid im Blut von Rauchern

Raucher haben nach einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover erhöhte Werte der Krebs erregenden Substanz Acrylamid im Blut. Der Stoff werde nicht nur über erhitzte und kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Pommes frites, Kartoffelchips oder Bratkartoffeln aufgenommen. Auch Tabakrauch bringe das Gift in den Körper, teilte die Hochschule mit. Mit durchschnittlich 1,5 Mikrogramm pro Liter Blut lagen die Werte bei Rauchern etwa drei Mal höher als bei Nichtrauchern (0,4 Mikrogramm).

Unter der Leitung von Professorin Renate Wrbitzky hatte ein Expertenteam seit Herbst 2003 untersucht, ob auch unterschiedliche Ernährungsweisen einen messbaren Einfluss auf die Belastung mit Acrylamid haben. Bei mehr als 80 Prozent der insgesamt 395 Teilnehmer wurde dabei zwar Acrylamid im Blut nachgewiesen.

Kein eindeutiger Zusammenhang
Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Konzentration der Substanz im Blut und dem Ernährungsstil stellten die Forscher jedoch nicht fest. Nur wer mehrmals pro Woche Pommes und Kartoffelchips isst, hatte leicht erhöhte Acrylamid-Werte. "Der Unterschied ist jedoch gering und aus wissenschaftlicher Sicht nicht signifikant", betone Wrbitzky.

Weitere Studien nötig
Es sei zudem fraglich, ob die Ernährungsweise tatsächlich zu den höheren Messwerten führte. Um die Rolle der Ernährung klarer zu bestimmen, seien weitere Studien notwendig. Es stehe allerdings eindeutig fest, dass Raucher deutlich stärker gefährdet sind. Die Studie wird in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes vorgestellt.

Donnerstag, 06. Mai 2021
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