305 km/h schnell

Elektrosportler mit 1.088 PS kommt 600 km weit

Motor
24.05.2013 17:35
"Ein Mann und sein Auto" - so wurde der Kroate Mate Rimac (25) bei der Präsentation seines Sportwagens namens "Concept One" am Donnerstagabend am Flughafen Graz vorgestellt. Das Motto ist bei dem jungen Konstrukteur Programm, denn mit seinem Team hat er das seinen Angaben zufolge derzeit schnellste Elektro-Auto der Welt selbst gebaut - und zwar weitgehend geheim. Den Prototyp zeigte er erstmals 2011 auf der Frankfurter Automobilausstellung. An den ersten Kunden wurde mittlerweile ausgeliefert.

Der Austrian Business Travel Association (abta) gelang es, den Kroaten für ihre Lounge zum Thema "Die sexy Welt der E-Mobility" nach Graz und damit erstmals nach Österreich zu holen, obwohl sein Terminkalender voll mit Präsentationen auf der ganzen Welt ist. Für vergleichsweise günstige 750.000 Euro sei sein wahr gewordener Traum für jeden zu haben, erklärte Rimac. Ähnliche Modelle namhafter Hersteller seien teilweise doppelt so teuer.

1.088 PS, 600 km Reichweite
Auch mit den Fahrzeugdaten muss sich der junge Konstrukteur nicht verstecken: 1.088 PS beschleunigen das 1,65 Tonnen schwere Sportauto in 2,8 Sekunden von Null auf 100, die selbst entwickelte, 92 kWh starke Batterie reicht für 600 Kilometer Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller 305 km/h. Eine Besonderheit sind die vier Elektromotoren, die jeweils eigenständig eines der Räder antreiben, sich individuell regulieren lassen und bisher ungewohnte Fahrmöglichkeiten bieten.

Ebenso außergewöhnlich wie das Auto an sich ist auch die Entstehungsgeschichte dazu: Rimac begann 2007 in seiner Garage mit dem Bau seines ersten Elektroautos auf Basis eines alten BMW. Nach Erfolgen bei Autorennen hatte er mit erst 19 Jahren die Idee, sein eigenes E-Auto zu entwickeln und seine Leidenschaften Elektrotechnik und Rennsport zu vereinen. 2009 gründete er dazu eine Firma mit Sitz nahe Zagreb, stellte ein Team von zehn Ingenieuren zusammen und entwickelte sein Traumauto.

Das größte Problem sei von Anfang an die Finanzierung gewesen, erklärt Rimac. Noch dazu konnte er keine Teile bei Zulieferern kaufen, da er für den Prototyp nur je ein Stück brauchte und keine umfassenden Lieferungen bestellen konnte. Daher begann er mit seinem Team jedes einzelne Teil selbst zu entwickeln und auch zu bauen: Batterie, Motoren, jeder einzelne Knopf - sogar die Leichtmetallfelgen werden bei Rimac etwa aus einem Block Aluminium selbst produziert.

Nach seinem Auftritt in Frankfurt stellten sich rasch Kundenbestellungen ein. Etwa vier Monate dauere die Produktion eines "Concept One", einer wurde bereits an eine spanische Firma ausgeliefert und zwar ganz nach deren Kundenwünschen umgestaltet. Gleich zwei Stück seien von einem Angehörigen des Königshauses von Abu Dhabi geordert worden und derzeit in Produktion.

Doch vor der nächsten Auslieferung sei er noch auf der Suche nach Investoren, denn das Unternehmen wächst. Derzeit sind 20 Mitarbeiter bei Rimac beschäftigt und Geld verdient die Firma mit Aufträgen aus der Automobilindustrie: "Wir leisten mittlerweile für andere Entwicklungsarbeit", zeigte sich der Kroate stolz. Gleich nach der Präsentation ging es weiter nach Deutschland zum nächsten Stopp.

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