Er wollte auf den Spuren von Harry Lime die Kanalwelt der Bundeshauptstadt entdecken, so wie jedes Jahr auch knapp 20.000 andere Besucher aus dem In- und Ausland. Doch die sieben Euro Eintritt für die Touristenattraktion "Dritter Mann"-Tour wollte Thomas R. aus München offenbar nicht bezahlen. Stattdessen beschloss der 55-jährige Deutsche am Pfingstsonntag, auf eigene Faust hinabzusteigen.
"Der Urlauber kletterte im Stadtpark über den Wienfluss-Schacht hinab und wanderte unterirdisch bis zum Karlsplatz", schildert der Wien-Kanal-Sprecher Josef Gottschall. Doch genau dort kam der Mann zu Sturz und brach sich den Oberschenkelhalsknochen. Hilflos lag der Deutsche mehrere Meter unter der Erdoberfläche im dunklen Wienfluss-Tunnel.
1,5 Kilometer bis zum Ausgang getragen
Zu seinem Lebensretter wurde der Leiter einer "Dritter Mann"-Tour, der während einer Führung plötzlich einen Lichtschimmer in der Ferne sah. "Mit meinem Kollegen Stefan Putz konnte ich den Mann erstversorgen. Dann trugen wir ihn gemeinsam mit der Rettung 1,5 Kilometer bis zum Ausgang Kettenbrückengasse, wo er ins Ambulanzauto Richtung AKH verladen werden konnte", so Andreas Krug.
Gespart hat sich der 55-jährige Urlauber bei dieser Aktion jedenfalls nichts - denn die Kosten für seine Bergung übersteigen den Eintrittspreis um ein Vielfaches.
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