"Ein Ergebnis verwalten und schauen, dass die Zeit vergeht, das ist nicht unser Spiel", meinte Trainer Peter Stöger nach dem 3:1-Heimerfolg in der 34. Runde gegen Wiener Neustadt. Auch Kapitän Manuel Ortlechner fand klare Worte. "Das war vielleicht in den 80er-Jahren so, dass man sich ein X ausmachen konnte. Wir haben ja nichts zu verschenken, wie Niki Lauda sagen würde. Wir sind den Fans einen Sieg schuldig und wollen die Partie gewinnen und danach feiern", erklärte der Innenverteidiger.
"Wenn man auf ein Unentschieden spielt, geht das meistens in die Hose", sagte auch der violette Mittelfeldmotor Alexander Grünwald, der per Elfmeter das 2:0 (37.) erzielte. Der Vorsprung auf die Salzburger, die Wacker Innsbruck daheim ebenfalls 3:1 bezwangen, beträgt zwei Partien vor Schluss weiter sechs Zähler.
Fans und Spieler zu früh in Partystimmung
Einen ähnlichen Leistungsabfall wie nach der Pause gegen Wiener Neustadt, als angesichts des Salzburger Rückstands gegen Wacker bereits Partystimmung in der Generali Arena aufgekommen war, gelte es tunlichst zu vermeiden. "Da war alles schon ein bisschen zu schön für uns, da ist dann der Schlendrian reingekommen. Die Mannschaft und die Fans sind eingeschlafen, das darf am Mittwoch nicht passieren", forderte der Burgenländer, der beim 1:0 (29.) seine ganze Klasse zeigte und mit 32 Treffern - sechs mehr als Salzburgs Jonatan Soriano - praktisch als Torschützenkönig feststeht.
"Regenerieren, regenerieren, regenerieren", beschrieb Ortlechner den Countdown Richtung Mittwoch. Noch am Samstagabend kletterten die Austrianer auf die Ergometer und radelten aus, am Sonntagvormittag stand eine leichte Trainingseinheit auf dem Programm. "Ruhig bleiben alle miteinander. Wir bereiten uns wie auf jedes andere Spiel vor", versuchte Ortlechner kühlen Kopf zu bewahren. Aber auch der Oberösterreicher gestand: "Von locker sind wir weit entfernt."
Salzburgs Hartnäckigkeit setzt der Austria zu
Die ewigen Fragen nach Schlüsselspielen und Nervosität beginnen Ortlechner und Co. sichtlich zu nerven. Die Hartnäckigkeit der Salzburger in den vergangenen Wochen setzt der Austria merklich zu, man kann den möglichen Druckabbau offensichtlich kaum mehr erwarten. "Wir haben seit zehn Wochen Schlüsselspiele, und so ist es auch am Mittwoch", meinte Ortlechner.
79 Punkte auf dem Konto und noch immer nicht Meister, auch Stöger kann das fast nicht glauben. "Dass gleich zwei Mannschaften so klar über allen anderen stehen, das hat es noch nie gegeben in der Geschichte", ortete Stöger fast schon spanische Verhältnisse. "Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs. Weil ich einschätzen kann, was für eine Saison Salzburg spielt und was für eine Qualität Salzburg hat. Und wir sind trotzdem sechs Punkte voran."
Stöger will jetzt auch den Punkterekord knacken
Für den 47-Jährigen steht fest: "Wir werden es am Mittwoch fertig machen." Dass seine Mannschaft auf ein Remis spielen wird, schloss Stöger aus. Vielmehr wolle man mit einem Sieg gegen Mattersburg den Allzeit-Punkterekord von Sturm Graz mit 81 Punkten aus der Saison 1997/98 übertrumpfen. "Wenn wir schon so eine Saison spielen, dann wollen wir auch den Rekord brechen. Wir wollen im eigenen Stadion Meister werden und Sturm den Rekord wegnehmen", gab Stöger die Marschroute für Mittwoch vor.
Auf Geschenke der Mattersburger wird man ohnehin vergeblich warten, wie Stürmer Patrick Bürger nach dem 2:0 gegen Rapid bestätigte: "Wir werden alles versuchen, damit die Austria am Mittwoch nicht Meister wird. Wir werden kämpfen, beißen und rennen, dann wird es die Austria genauso schwer wie Rapid haben."
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