Mini-Gärtnerei
So klappt die Tomatenernte am eigenen Balkon
Ob als frischer Snack zwischendurch, in leichten Salaten oder am Grill – Tomaten in allen Ausprägungen und Formen gehören zum Sommergenuss wie Wassermelone und Eis. Was liegt also näher, als sich einen Vorrat "Marke Eigenbau" am eigenen Balkon oder zur Not auch am geeigneten Fensterbrett zu schaffen?
Erleichtert wird die Lust am eigenen Gemüse zusätzlich dadurch, dass es bereits so gut wie überall recht ansehnliche Jungstauden zu kaufen gibt. Das Ansäen fällt daher weg, zumindest dann, wenn man sich nicht auf ausgefallene Sorten verlegen will.
Von groß bis klein – von gelb bis schwarz
Besonders beliebt für Balkonien und Co. sind die ebenso dekorativen wie – richtige Pflege vorausgesetzt – ertragreichen Cocktailtomaten-Stauden. Daneben erfreuen sich die sogenannten Busch-Paradeiser einer immer größeren Beliebtheit. Sie bleiben mit rund 50 bis 80 cm Höhe kleiner als Stauden und verzweigen sich im Lauf des Wachstums ineinander.
"Unserer Erfahrung nach sind die Busch-Paradeiser allerdings meist weit weniger ertragreich als die Cocktailtomaten-Stauden. Auch vom Geschmack her sind Busch-Paradeiser nicht so intensiv und süß wie die beliebten Cocktailtomaten", gibt Gärtnermeister Michael Flaschberger zu bedenken.
Apropos Geschmack: Innerhalb der Cocktailtomaten gibt es mittlerweile ein sehr umfangreiches Sortenangebot. Die geschmackliche Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein: von intensiv süß mit weicher Schale bis hin zu mehlig-herb reichen die Aromavariationen.
Tipp: Bei der Auswahl nicht nur auf die Etikettenbilder achten, sondern auch auf die Geschmacksbeschreibung. Auch im Internet kann man sich ausführlich über die verschiedensten Sorten informieren!
"Kleine Tomatensorten sind meist frühe oder halbfrühe Sorten und daher oft weniger anfällig für Krankheiten. Zusätzlich gibt es einige wenige Sorten, die auch robuster gegen Kälte sind und mit weniger Sonne auskommen, daher auch für eher schattige Balkone geeignet sein können", so Flaschberger.
Der richtige Standort und viel Platz
Viel falsch machen kann man bei den beliebten Cocktailtomaten-Stauden eigentlich nicht. Außer man stellt sie am falschen Platz auf und gibt ihnen zusätzlich auch noch zu wenig Platz.
So gut wie alle handelsüblichen Sorten benötigen möglichst viel Sonne und wenig Wind. Am besten geeignet sind daher südseitig gelegene Balkone, möglichst an der windgeschützten Wand. Empfindlich reagiert das kleine rote Gemüse aber auch auf zu viel Nässe. Bei lang anhaltender feuchter Witterung empfehlen Gärtner daher, die Stauden mit einer Folie abzudecken. Hier muss man dann allerdings darauf achten, dass diese Schutzfolie weder zu viel Licht wegnimmt noch direkt auf den Blättern aufliegt.
Tipp: Spezielle Tomatenhäuser in verschiedenen Größen schützen mit zwei Seitenwänden und einem Dach die Ernte.
Nicht nur im Gemüsebeet im Garten, sondern auch im Topf auf dem Balkon: Tomaten brauchen viel Platz. Auch wenn die jungen Stauden noch sehr klein aussehen, sollten sie in Töpfen mit mindestens zehn Litern Fassungsvermögen eingesetzt werden. Dies verhindert gleichzeitig das Umfallen und Abbrechen der Pflanzen durch Wind sowie ein zu rasches Austrocknen der Erde.
Bereits die jungen Stauden müssen mit Rankhilfen gestützt werden, damit sie beim Wachsen nicht abknicken.
Tipp: Rank-Spiralen aus Edelstahl bieten nicht nur eine gute Stütze, sondern dienen gleichzeitig als sehr hübsche Balkondekoration.
Die richtige Pflege
Wie alle Nachtschattengewächse brauchen auch Tomaten eine gut gedüngte Erde. Eine regelmäßige Düngung mit einem organischen Dünger fördert das Wachstum und den Ernteertrag.
Zu einer guten Pflege zählt natürlich, wie bei allen Pflanzen, das richtige Gießen. Tomatenstauden vertragen Trockenheit schlecht. Die Erde sollte daher immer feucht sein, wobei jedoch Staunässe zu vermeiden ist. Wird nicht regelmäßig gegossen, können vor allem bei Cocktailtomaten die Früchte platzen.
Wichtig: Bei Tomatenstauden niemals die Blätter, sondern stets nur den Wurzelbereich selbst gießen (oder beregnen)!
Voraussetzung für ein gutes Gedeihen der Früchte ist, dass die Staude über viel Kraft verfügt. Daher ist eine der ganz wichtigen Maßnahmen bei der Tomatenstauden-Pflege das sogenannte Ausgeizen. Darunter versteht man das Entfernen der jungen Seitentriebe an den Pflanzen. Diese sollten laut einschlägigen Experten in den starken Wachstumsphasen regelmäßig, sogar bis zu einmal wöchentlich, abgeknipst werden. Wird dies unterlassen, werden die Tomaten allgemein kleiner und weniger geschmackvoll. Da durch das Entfernen der Seitentriebe viele Früchte an der Hauptstaude hängen, ist eine entsprechend starke Rankstütze wesentlich, um ein Abbrechen zu vermeiden.
Vor allem Cocktailtomaten sind gegen Krankheiten meist recht unempfindlich. Gefürchtet ist hier am meisten die sogenannte Braunfäule. Diese Krankheit wird durch einen Pilz ausgelöst, dessen Sporen sich mit dem Wind übertragen. Vor allem bei nassen Blättern kann sich die Krankheit gut ausbreiten. Erkennbar ist die Braunfäule zunächst an schwarz-braunen Flecken auf den Blättern, später zeigen sich auch an den Früchten braune Stellen oder sogar ein Pilzflaum.
Achtung: Diese Tomaten sind für den Verzehr nicht mehr geeignet! Und hat sich die Krankheit erst einmal festgesetzt, kann man leider gegen sie nur mehr sehr wenig bis gar nichts tun.







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