Eishockey-WM

Finnen, Schweden, Schweizer und USA im Halbfinale

Sport
16.05.2013 23:26
Nach einer historischen Schmach ist die Eishockey-WM für die Russen schon im Viertelfinale zu Ende gegangen. Der Titelverteidiger verlor am Donnerstag 3:8 gegen die USA und kassierte dabei die höchste WM-Pleite seit 58 Jahren. Halbfinalgegner der US-Amerikaner sind nun die Schweizer, die ihren Siegeszug mit einem 2:1-Erfolg über Tschechien fortsetzten. Die WM-Gastgeber Finnland und Schweden treffen nach Siegen gegen die Slowakei und Kanada im Halbfinale aufeinander.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte von WM und Olympia musste die "Sbornaja" acht Gegentore hinnehmen. "Ich habe alles versucht, aber wir haben einen Fehler nach dem anderen gemacht", meinte NHL-Star Alex Owetschkin, der erst am Mittwoch in Helsinki gelandet war. "Ich bereue es nicht, nach Finnland gekommen zu sein", ergänzte er. Mit einem Tor zum zwischenzeitlichen 2:4 und einem Assist konnte der 100-Millionen-Dollar-Stürmer von den Washington Capitals das Debakel nicht verhindern.

"Ein Albtraum wurde Wirklichkeit"
Zu viele Individualisten sind auch nicht gut", meinte Nationaltrainer Sinetula Biljaletdinow. "Eishockey ist ein Mannschaftsspiel, da helfen starke Einzelspieler nicht immer." Nach dem Titel 2012 ist der Coach nun auch für eine der dunkelsten Stunden im russischen Eishockey verantwortlich. "Ein Albtraum wurde Wirklichkeit", schrieb das Online-Portal "Sport Express". 1955 hatte die Sowjetunion zuletzt mit fünf Toren Unterschied verloren, bei der WM in Krefeld gegen Kanada (0:5). Fünf Jahre später ließen die Russen bei Olympia in Squaw Valley gegen Kanada (5:8) zum bis dato einzigen Mal acht Tore zu.

Die Amerikaner feierten hingegen den ersten Halbfinal-Einzug bei einer WM seit 2009, den erst dritten in den vergangenen zehn Jahren und den höchsten Sieg über die Russen. Paul Stastny (12./51. Minute), TJ Oshie (13.), Nate Thompson (26.), Alex Galchenyuk (38.), Ryan Carter (43.), Jacob Trouba (49.) und David Moss (50.) erzielten die Tore. Gegen Halbfinalgegner Schweiz haben die USA drei der jüngsten vier WM-Duelle verloren, im vergangenen Jahr holte man allerdings einen 5:2-Sieg.

Schweizer ringen Tschechen mit 2:1 nieder
Das Schweizer Team von Sean Simpson präsentierte sich im Viertelfinale gegen Tschechien allerdings zum wiederholten Male bei dieser WM in phänomenaler Form und blieb auch im achten Spiel in Serie siegreich, nach dem 5:2 in der Vorrunde dieses Mal mit 2:1. Die Schweizer Auswahl hat nun zwei Chancen, die erste Medaille seit dem Gewinn von Bronze im Jahr 1953 zu holen, es wäre die insgesamt zehnte. Die Basis zum Sieg legten die Schweizer in den ersten 40 Minuten, in denen sie die Tschechen über weite Strecken im Griff hatten.

In der 6. Minute gingen sie durch Denis Hollenstein in Führung, er verwertete einen selbst provozierten Abpraller. Im Powerplay stellte Roman Josi auf 2:0 (34.), der Schuss des Verteidigers wurde von Zbynek Irgl abgelenkt. Im Schlussabschnitt hatten die Schweizer einige heikle Situationen zu überstehen und mussten nochmals zittern, mehr als der Anschlusstreffer durch Zdenek Kutlak zum 1:2 (46.) war aber nicht mehr drinnen für die Tschechen. Die beste Chance zum 2:2 vergab in der 57. Minute Radim Vrbata, der solo vor dem Schweizer Keeper Martin Gerber scheiterte.

Finnland nach Zitterpartie gegen Slowakei im Halbfinale
Co-Gastgeber Finnland bezwang den Vorjahresfinalisten Slowakei mit 4:3. In Helsinki gaben die Hausherren eine eigentlich komfortable Führung nach dem ersten Drittel aus der Hand und gerieten im letzten Abschnitt beim Stand von 3:3 stark unter Druck. Ossi Väänänen (2.) und zweimal WM-Toptorjäger Petri Kontiola (10./16.) hatten für die nur scheinbar beruhigende 3:0-Führung gesorgt. Doch die Slowakei schaffte durch Michel Miklik (26.), Andrej Sekera (33.) und Tomas Surovy (41.) den Ausgleich. Erst Juhamatti Aaltonen (49.) erlöste schließlich den Weltmeister von 2011.

Schweden warfen Kanada raus
Schweden erreichte dann am Donnerstagabend als viertes und letztes Team das Halbfinale und machte damit das Gastgeber-Duell mit Finnland um den Einzug ins Endspiel perfekt. Die Skandinavier gewannen 3:2 (0:0, 0:1, 2:1) nach Penaltyschießen gegen Kanada. Nicklas Danielsson mit einem Doppelpack jeweils nach Vorlage der Sedin-Brüder (46./50. Minute) sowie Fredrik Pettersson im Shoot-out sorgten im Stockholmer Globen für den Heimsieg. Steven Stamkos (21.) und Claude Giroux (51.) hatten die Tore der Nordamerikaner geschossen.

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