Durch den weiter zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen werde sich die Erde im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis zum Ende dieses Jahrhunderts um etwa vier Grad erwärmen, schreiben Wissenschaftler der britischen University of East Anglia in ihrer in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie. Diese Entwicklung werde den Lebensraum von rund 55 Prozent der Pflanzen und 35 Prozent der Tiere halbieren.
In ihre Untersuchung bezogen die Wissenschaftler 48.786 Arten ein. Am gefährdetsten sind demnach Pflanzen, Amphibien und Reptilien, da sich ihre Anpassung an veränderte Lebensbedingungen im Vergleich zu der schnell fortschreitenden Erderwärmung zu langsam vollziehe. Die am stärksten betroffenen Gebiete werden der Untersuchung zufolge Afrika unterhalb der Sahara, Zentralamerika, das Amazonas-Gebiet und Australien sein.
"Szenario wahrscheinlich noch optimistisch"
Forscherin Rachel Warren erklärte, ihr Szenario sei wahrscheinlich noch optimistisch, weil in die Untersuchung nur die steigenden Temperaturen, nicht aber Auswirkungen des Klimawandels in Form von Wirbelstürmen oder Überschwemmungen miteinbezogen worden seien.
Zugleich warnte Warren, die Gefährdung zahlreicher Arten werde auch der Mensch zu spüren bekommen. Schließlich würden einige Lebewesen entscheidend zur Reinigung von Wasser und Luft und zur Eindämmung von Überschwemmungen beitragen oder seien ein wichtiger Teil der Nahrungskette.
Emissionsstopp könnte viele Arten retten
Um die Zerstörung wichtigen Lebensraums zu beschränken, müsse der Ausstoß von Treibhausgasen schnell verringert werden, fordern die Forscher. Wenn die Zunahme der Emissionen bis 2030 gestoppt werde, falle der Verlust von Lebensräumen immerhin 40 Prozent geringer aus als in der Studie prognostiziert.
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