Nach Waffenruhe

Türkei: PKK beginnt mit Rückzug ihrer Kämpfer in den Irak

Ausland
08.05.2013 11:00
Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat am Mittwoch mit dem Rückzug ihrer Kämpfer aus der Türkei begonnen. Die Verlegung der etwa 2.000 PKK-Angehörigen in Lager im benachbarten Nordirak gilt als Meilenstein bei den Bemühungen um ein Ende des Kurdenkonflikts, dem seit 1984 mehr als 40.000 Menschen zum Opfer fielen. Die türkische Regierung hatte den abziehenden PKK-Kämpfern freies Geleit zugesichert.

"Wir wissen, dass der Abzug begonnen hat", sagte der Chef der legalen Kurdenpartei BDP, Selahattin Demirtas, am Mittwoch. Bereits tags zuvor hatte Demirtas den Zeitplan des Rückzugs erklärt. Dieser soll drei bis vier Monate dauern. Die PKK selbst rechnet damit, dass die ersten Kämpfer in etwa einer Woche irakisches Gebiet erreichen werden. Sollten sie während dieser Zeit angegriffen werden, wollen die Kurdenrebellen den Abzug allerdings sofort stoppen. Sie hatten in den vergangenen Tagen über Aufklärungsflüge der türkischen Luftwaffe berichtet.

Historische Waffenruhe nach Friedensverhandlungen
Der Abzug ist Resultat der Friedensverhandlungen zwischen dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan und dem türkischen Geheimdienst. Die Gespräche, die seit Dezember des Vorjahres geführt werden, waren in den vergangenen Wochen in Schwung geraten. Ende März rief Öcalan schließlich zu einer historischen Waffenruhe auf (siehe Infobox).

Türkei will Entwaffnung, Kurden fordern mehr Rechte
Die türkische Regierung strebt eine vollständige Entwaffnung der kurdischen Kämpfer an. Unklar ist bisher, welche politischen Zugeständnisse den Kurden im Gegenzug gemacht werden sollen. Die PKK und die BDP fordern die verfassungsmäßige Verankerung politischer und kultureller Rechte der etwa 13 Millionen türkischen Kurden.

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