Gelungener Test

US-Hyperschall-Jet fliegt 6.200 km/h schnell

Wissen
08.05.2013 10:20
Das Hyperschallflugzeug X-51A "Waverider" (Wellenreiter) hat einen neuen Rekord aufgestellt. Der Jet (kleines Bild) mit Staustrahlantrieb, der vom Flugzeughersteller Boeing und der US-Luftwaffe gemeinsam entwickelt wurde, flog bei einem Test über dem Pazifischen Ozean dreieinhalb Minuten lang mit einer Geschwindigkeit von Mach 5,1 (6.200 km/h).

Laut Angaben des US-Militärs hat der Flug von X-51A insgesamt sechs Minuten gedauert. Der "Wellenreiter" sei damit länger und weiter als bei seinem ersten erfolgreichen Test (die Versuche zwei und drei waren Fehlschläge) geflogen, heißt es auf der Website von Boeing.

Das für das US-Militär entwickelte Spezialflugzeug war am 1. Mai vom Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aus mit einem B-52-Bomber (Bild) in eine Höhe von 15.240 Metern gebracht worden. Dann wurde der unter einer Tragfläche montierte "Waverider" über dem Pazifik ausgeklinkt. Nach dem Abkoppeln vom Flugzeug wurde ein Raketenantrieb gezündet, der die unbemannte X-51A auf Mach 4,8 (fast die fünffache Schallgeschwindigkeit, Anm.) beschleunigte.

426 Kilometer in sechs Minuten geflogen
Nach dem Abtrennen der Booster-Rakete kam dann das sogenannte Supersonic Combustion Ramjet (Scramjet), ein Überschall-Verbrennungsstaustrahltriebwerk zum Einsatz, das den "Wellenreiter" auf Mach 5,1 (über 6.200 Stundenkilometer) beschleunigte und in eine Höhe von knapp 18,3 Kilometern brachte. Am Ende des Tests stürzte der Hyperschall-Flieger, der laut Air Force in nur sechs Minuten 426 Kilometer zurückgelegt hat, dann planmäßig in den Pazifik.

Schockwellen als Transportmittel
Auf den Namen "Wellenreiter" wurde der Minijet getauft, weil er auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen quasi reitet und dadurch noch weiter beschleunigt. Der Jet fliegt dabei derart schnell, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes ganz von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter. 

Diese "Scramjet"-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahltriebwerkes, bei dem es sich quasi um eine sich selbst beschleunigende Düse handelt, die ohne bewegliche Teile auskommt. Damit dies Art von Triebwerk funktioniert, muss das von ihm angetriebene Fluggerät aber bereits eine hohe Geschwindigkeit haben. Deshalb wurde X-51A zunächst von einer Booster-Rakete beschleunigt.

Blitzschnelle Militärschläge wären möglich
Mit dieser neuen Technologie hoffen die US-Militärs auf ein Waffensystem, mit dem jeder Punkt der Welt innerhalb kürzester Zeit erreichbar wäre. Gelingt es den Entwicklern, die technischen Probleme zu lösen, dann könnte die "Scramjet"-Technik blitzschnelle Militärschläge aus der Luft möglich machen. Eine Beförderung von Passagieren ist beim derzeitigen Stand der Technik allerdings noch Zukunftsmusik.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wissen
08.05.2013 10:20
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung