Wasikowska ("Alice im Wunderland") ist die 18-jährige India Stoker. Als deren geliebter Vater stirbt, geht sie mit dem Verlust völlig anders um als ihre leicht überspannte Mutter Evelyn, die Kidman als egozentrisches, puppenhaftes und ziemlich weltfremdes Wesen im luftleeren Raum spielt. Wasikowska macht aus India ein hypersensibles Mädchen mit kleinen bis großen Spleens, das einem fatalen Familiengeheimnis auf die Spur kommt.
Bei der Beerdigung ihres Vaters taucht überraschend der lange verschollene Onkel Charlie (Matthew Goode) wieder auf - fortan ist alles infrage gestellt, was das zwar emotional kühle, aber doch wohlgeordnete Miteinander der wohlhabenden Familie ausmachte.
Während Evelyn sofort von Charlies Charme in den Bann gezogen wird, bleibt India zunächst misstrauisch - sehr zu Recht. Denn der geheimnisvolle Onkel ist alles andere als harmlos. Park Chan Wook hat seine stilvolle Horrorstory mit vielen kleinen und anspielungsreichen Details gespickt. So schleicht sich die Angst ganz langsam in das große, zeitlos luxuriös ausgestattete Haus der Familie und in den Kopf des Zuschauers.
Zuerst sind es nur Kleinigkeiten, die irritieren: Die Spinne, die India ohne mit der Wimper zu zucken an ihrem Bein hochklettern lässt, während sie Klavier spielt. Die schwarz-weißen Halbschuhe, von denen India zu jedem Geburtstag ein neues Paar erhält. Indias Vorliebe für Retrokleider, die sie in der Schule zur Außenseiterin, aber auch zum aggressiv umworbenen Zielobjekt jugendlicher Sexprotze werden lassen. Onkel Charlie gräbt aus unerfindlichen Gründen gerne im Garten tiefe Löcher. Die Abgründe in der wohlhabenden Familie sind tief...
Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Der südkoreanische Regisseur Park Chan Wook kredenzt uns einen morbid-schaurigen Mix aus Gothic-Thriller und Teenagerdrama und verleiht dem von unheilvoller Atmosphäre umhüllten Film durch entrückte Bildkompositionen und hohes schauspielerisches Potenzial spannungsgeladene Wucht, der man sich nicht entziehen kann. Ein permanentes Wertevakuum, das letzte moralische Grenzen auslöscht, gibt dem Bösen viel Raum.
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