Starker Einsteiger

Honda CB500X: Die Richtige, nicht nur für den Regentanz

Motor
17.05.2013 00:29
Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt: Da fliegt man nach Barcelona, um im Hinterland die Honda CB500X auszuprobieren – und dann herrscht Dauerregen bei knapp zweistelligen Temperaturen, während zu Hause der Sommer ausbricht. Ein Glück, dass die kleine Honda mich mit ihrem frischen Auftreten entschädigt.

Die CB500X ist eine von drei Ausprägungen von Hondas wiederentdeckter Krügerlklasse. Ihr Reihenzweizylinder schöpft 48 PS aus 471 cm³, was ideal in die Führerscheinklasse A2 passt. 

Die optischen Eltern heißen Crosstourer und Crossrunner, das Design des Adventure Bikes ist sogar einigermaßen wild geraten. Das schaut keineswegs nach Einsteigerbike aus, die Kleine ist ein richtiges Motorrad, in voller Größe und mit angenehmer Sitzposition. Im Vergleich zu den beiden Schwestern namens F und R sitzt man sogar nochmals 2 bzw. 2,5 cm höher. Nicht einmal mit meinen 1,88 m fühle ich mich eingeengt.

Prinzipiell habe ich ja gern möglichst viel Kraft unterm Hintern, aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich nicht für – sagen wir mal – eine Neuauflage der Fireblade angereist bin. Die 43 Nm bei 7.000/min., die auf vollgetankte 196 kg treffen, reichen hier auf den rutschigen, kurvigen "Wasserstraßen" voll für eine entspannte Fahrerei, schließlich geht durchaus was weiter, wenn man das völlig unauffällig zu schaltende Getriebe gut arbeiten lässt. Ab 4/5.000 Touren geht's richtig los, gedreht werden darf bis 9.000/min. Mehr Leistung braucht kein (Wieder-)Einsteiger. Vom Motor her kommen keine nervenden Vibrationen, dafür ist sogar der Sound im Rahmen der Möglichkeiten ziemlich ansprechend.

Nein, fliegen ist nicht schöner
Gebremst wird serienmäßig mit ABS, allerdings nicht combined, der Bremsgriff wirkt also ausschließlich auf die vordere Zweikolben-Bremszange an 320er-Einzelscheibe, das Pedal nur auf den einzelnen Kolben an der 240er-Scheibe. Das Fahrwerk ist ebenso erwachsen wie spaßfördernd, die Teleskopgabel teilt ziemlich transparent mit, wie es dem ihr anvertrauten 17-Zoll-Alugussrad geht (Bereifung vorne 120/70, hinten 160/60). Ein Glück, denn bei dem ganzen Spaß habe ich es wohl kurzzeitig ein wenig übertrieben, weil das Foto besonders spektakulär werden sollte – der Vorderradrutscher hat aber nicht zum Sturz, sondern zu einem Erfolgserlebnis geführt. Die Basis des Monofederbeines an der hinteren Kastenschwinge ist übrigens neunfach einstellbar.

Geflogen ist dann doch noch etwas: der Tankdeckel. Damit, dass der einfach in die Öffnung des 17,3 Liter großen Tanks gesteckt ist, habe ich nicht gerechnet. Da hätte der Rotstift durchaus ein Scharnier stehen lassen können. Aber gut, 6.590 Euro sind auch wirklich günstig - und mehr Verzicht muss man nicht üben.

Warum?

  • Tolles Fahrverhalten
  • Viel Bike fürs Geld

Warum nicht?

Am Tankdeckel ohne Scharnier wird's wohl nicht scheitern.

Oder vielleicht …

… Honda CB500F oder R, Hondas NC700-Reihe. KTMs 390er Duke ist fast so stark und einen Zentner leichter – aber auch viel kleiner.

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