Drama um "Salva"

Kollabierter wartet ‘ewig’ auf Hilfe: Wut bei Austria Salzburg

Sport
02.05.2013 10:25
Bange Momente beim Spitzenspiel in der Regionalliga West zwischen der Red-Bull-Filiale FC Liefering und Austria Salzburg: In den Frust der mit 0:1 unterlegenen Gastmannschaft mischte sich nach dem Schlusspfiff großes Bangen um den Fan-Vorsänger "Salva", der offenbar einen Asthmaanfall erlitt und nach Angaben der Austria erst "nach Ewigkeiten" von Rettungskräften versorgt werden konnte. Der Ordnerdienst soll den Ernst der Lage nicht erkannt und wertvolle Minuten bei der Hilfe für den Mann verstreichen haben lassen.

Nach dem Schlusspfiff der verlorenen Partie gegen Liefering schienen sich die gewohnt emotionalen Anhänger der Salzburger "Veilchen" auf den ersten Blick nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Sie rüttelten heftig an einem Tor zum Spielfeld. Was zu diesem Zeitpunkt bis auf mehrere Austria-Fans niemand wusste: Eingepfercht zwischen Seinesgleichen lag der kollabierte Vorsänger (im Bild noch während des Spiels bei guter Gesundheit) auf dem Boden.

Austria-Fans üben heftige Kritik an Ordnern
Der schnelle Weg zur Hilfe aufs Spielfeld war allerdings durch ein Tor versperrt – und er blieb es auch. Die Rettungskräfte mussten sich daher durch den vollen Auswärtssektor einen Weg zum Notfallort bahnen und den Mann schließlich auf dem gleichen Weg auch wieder abtransportieren. In diversen Fan-Foren Grund genug, um dem Ordnerdienst sogar unterlassene Hilfeleistung zu unterstellen.

Red Bull Salzburg verteidigt Ordner und Sanitäter
Derartige Kritik weist man vonseiten Red Bulls via Facebook aber zurück: "Sowohl der Ordnerdienst als auch das Rote Kreuz haben sich nichts zuschulden kommen lassen und richtig gehandelt und schnell reagiert (auch unter Mithilfe von Gerhard Stöger, sportlicher Leiter von Austria Salzburg). Bedauerlicherweise ging es einigen Fans der Salzburger Austria zu langsam, sodass sie das Tor zum Spielfeld aufdrücken wollten und somit die Erste Hilfe behindert haben. Das war leider der Auslöser für einige unschöne Bilder, wo zusätzlich einige Ordner durch Fans der Gäste verletzt wurden."

Aufhauser-Treffer entscheidet Spiel für Liefering
Im vorgezogenen Spiel der 29. Runde und vor den Augen von Salzburg-Sportdirektor Ralf Rangnick war Kapitän Rene Aufhauser mit einem Treffer per Kopf (66.) der Matchwinner. "Es ist unglaublich, in der Regionalliga vor fast 10.000 Zuschauern zu spielen. Der Sieg ist sicher eine Vorentscheidung. Aber in Sicherheit wiegen dürfen wir uns noch nicht", sagte der 36-jährige Aufhauser. 9.620 Zuschauer sorgten für eine Regionalliga-West-Rekordkulisse. Der bisherige Bestwert waren 6.500 Fans beim 4:1-Erfolg der Red Bull Juniors gegen Austria Salzburg am 25. März 2012 gewesen.

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