Der "Dorfclub" an der Grenze zu Slowenien, der in der "best of seven"-Serie schon mit 1:3 zurückgelegen war, revanchierte sich damit auch für die klaren Finalniederlagen 2011 (0:4) und 2012 (1:4) und versagte den Tirolern den siebenten Titel bzw. den fünften en suite. Aich/Dob hatte schon im Laufe der Saison alle drei direkten Duelle mit Tirol gewonnen und ist in der kommenden Saison für die Champions League qualifiziert.
Innsbrucker mit zahlreichen Verletzten
Die von Verletzungen schwer geplagten Gäste, die in ungewohnter Aufstellung antraten, fanden vor über 1.000 Zuschauern in der ausverkauften JUFA-Arena nur mit Mühe in die Partie. Von einem 7:10-Rückstand erholten sich Daniel Gavan und Co. nicht mehr, zogen schließlich klar mit minus zehn Punkten den Kürzeren. Erst im zweiten Durchgang boten die Tiroler Gegenwehr, verwandelten ein schnelles 0:3 in eine 8:5-Führung und lieferten sich von da an ein knappes Duell mit dem besseren Ende für sich.
Davon beflügelt, verwandelten die Innsbrucker zu Beginn des dritten Satzes ein 3:9 gar in ein 9:9, gerieten dann aber gegen die stets tonangebenden Hausherren neuerlich klar in Rückstand, der nicht mehr aufzuholen war. Ähnlich dann das Bild im vierten Durchgang: Auch hier arbeitete sich die Chrtiansky-Truppe zurück, verlor dann aber zu allem Überfluss ÖVV-Teamspieler Alexander Berger mit einer Fingerverletzung und wurde für seine Mühen neuerlich nicht belohnt. Wie schon in den Spielen zuvor erwies sich Aich/Dobs Außenangreifer Valdir Sequeira (22 Punkte) als überragender Spieler, Wojciech Wlodarczyk lag mit 23 Zählern sogar noch über der Marke seines Teamkollegen.
Aich/Dob-Manager: "Ende eines Lebenswerks"
"Einfach irre, das Ende eines Lebenswerkes von Aich/Dob. Das ist unglaublich", schwärmte Aich/Dob-Manager Martin Micheu, einst selbst Aktiver beim Verein. "Ich habe mein großes Ziel erreicht, habe eigentlich gesagt, nach dem Titel höre ich auf. Aber jetzt müssen wir schauen, was in der Champions League möglich ist. Ich brauche einmal ein paar Tage Ruhe."
"Ich kann heute sicher nicht schlafen und will es auch nicht - und die übernächste Nacht auch nicht", jubelte Libero Philipp Kroiss, einer der wenigen Österreicher im Team der Kärntner. Tirol-Routinier Gavan war nach den Verletzungsquerelen fast schon froh: "Zum Glück ist das Finale vorbei, wir haben bis zum letzten Mann gekämpft."
Tirols Manager Hannes Kronthaler gestand: "Ich war heute schon vorbereitet auf die Niederlage, mit den vielen Verletzten war nicht viel mehr drin." Die Innsbrucker müssten nun überlegen, ob man eine Wildcard für die Champions League beantragen werde oder mit jungen Spielern ein Jahr ohne Königsklasse einplane.
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