Umstrittenes Gesetz

Kirgistan lässt Kinderschänder künftig kastrieren

Ausland
26.04.2013 08:28
Die frühere Sowjetrepublik Kirgistan lässt Kinderschänder künftig chemisch kastrieren. Das Parlament in Bischkek verabschiedete am Donnerstag dazu ein umstrittenes Gesetz, wie die Agentur Akipress aus dem zentralasiatischen Land meldete. Über den Schritt soll eine Kommission aus Ärzten und Psychiatern entscheiden. Gegner halten das Gesetz für verfassungswidrig, weil es nur Männer betreffe und eine "lebenslange" Strafe darstelle.

Ärzte hatten gewarnt, das desolate Gesundheitssystem im verarmten Hochgebirgsland sei nicht auf solche Spezialbehandlungen vorbereitet. Das Parlament nahm das Gesetz am Donnerstag dennoch mit 85 zu zwei Stimmen an.

Kritiker betonen: "Heilen statt foltern"
Dem kirgisischen Gesetz nach erhalten inhaftierte Kinderschänder somit künftig Spritzen, die das männliche Sexualhormon Testosteron und damit den Trieb dämpfen. Wer sich nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht weiter behandeln lasse, könne zu zwei Jahren Haft verurteilt werden. Befürworter begründen die Regelung mit dem starken Anstieg von Straftaten an Kindern. Kritiker betonen hingegen, Pädophile seien "kranke Menschen", die "geheilt statt gefoltert" werden müssten.

Auch Russland erlaubt hormonelle Kastration
Eine ähnliche Novelle war zuletzt auch in Russland und in der Republik Moldau verabschiedet worden. Der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew hatte im Februar vergangenen Jahres eine gesetzliche Neuregelung in Kraft gesetzt, die die hormonelle Kastration von Pädophilen mithilfe von Medikamenten erlaubt, wenn ihnen sexuelle Straftaten an Kindern unter 14 Jahren nachgewiesen werden. Dazu müssen sich die Richter auf eine medizinische Expertise stützen. Das Gesetz sieht für Wiederholungstäter Haftstrafen bis zu lebenslänglich vor.

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