Herschel löst Rätsel

Wasser in Jupiter-Atmosphäre stammt von Komet

Wissen
24.04.2013 10:40
Anhand von Daten, die das Weltraumteleskop "Herschel" zur Erde gefunkt hat, haben Astronomen jetzt klären können, woher jenes Wasser in der oberen Atmosphäre des Jupiters kommt, das das "Infrared Space Observatory" der ESA in den 1990er-Jahren entdeckt hat. Es stammt vom Kometen Shoemaker-Levy 9, der im Juli 1994 auf den Gasplaneten gestürzt ist.

Die Herkunft des Wassers in der Stratosphäre des Jupiters wurde von der Wissenschaft seit knapp zwei Jahrzehnten heiß diskutiert. Während das Vorkommen von Wasser in den inneren Schichten der Atmosphäre des Gasplaneten für die Forscher erklärbar war, blieb das Vorhandensein von H2O-Molekülen in der Stratosphäre vorerst unklar.

Einen "Verdächtigen" hatte man allerdings: den Kometen Shoemaker-Levy 9, von dem im Juli 1994 insgesamt 21 Fragmente (Bild 2) auf die Südhalbkugel des Jupiters gestürzt sind. Doch den direkten Beweis für diese These blieben die Experten bis dato schuldig. Den entscheidenden Hinweis lieferte jetzt das ESA-Weltraumteleskop "Herschel" (Bild 3), das mithilfe eines Instruments namens Photodetector Array Camera and Spectrometer (kurz: PACS) die chemische Signatur von Wasser in der gesamten oberen Atmosphäre des Gasplaneten kartierte.

Deutlich mehr Wasser auf der Südhalbkugel
Laut Angaben der Forscher zeigen die Daten, dass es auf der Südhalbkugel des Jupiters zwei- bis dreimal mehr Wasser gibt als auf seiner Nordhalbkugel und dass es nur in großen Höhen zu finden ist. Außerdem ist die Wasserkonzentration just rund um jene Stellen am höchsten, an denen die Fragmente von Shoemaker-Levy 9 eingeschlagen waren.

"Das Ungleichgewicht zwischen den beiden Hemisphären lässt vermuten, dass das Wasser im Zuge eines einzigen Ereignisses dorthin gelangt ist. Das schließt auch aus, dass es von eisigen Ringen oder Monden gekommen sein könnte", sagt Thibault Cavalié vom Laboratoire d'Astrophysique de Bordeaux. "Nach unseren Modellen stammen 95 Prozent des Wassers in der Stratosphäre von diesem Kometeneinschlag", so der Forscher.

Auch dass ein ständiger Regen aus winzigen interplanetaren Staubpartikeln auf Jupiter die Quelle sein könnte, schließt Cavalié aus. Dann hätte das Wasser nämlich gleichmäßig auf dem gesamten Planeten verteilt sein müssen und müsste sich auch in tieferen Atmosphäre nachweisen lassen, so der Experte.

Bild 1 zeigt die Wasserverteilung (die weißen und blaugrünen Bereiche markieren Zonen mit hoher H2O-Konzentration, Zonen mit der geringsten Konzentration sind in Blau zu sehen) in der oberen Jupiteratmosphäre, im Hintergrund ist eine "Hubble"-Aufnahme des Gasplaneten zu sehen.

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