Dass die Männchen unter den Tilapien doppelt so schnell wachsen wie die weiblichen Tiere, macht sie für die Fischproduktion zum bevorzugten Geschlecht. Weil sich der beliebte Speisefisch so schneller und damit kostengünstiger erzeugen lässt, wird in manchen Ländern zu umweltbelastenden Methoden gegriffen – etwa zur Verfütterung von männlichen Hormonen an die Jungtiere, berichtet die Deutsche Bundesstiftung Umweltschutz.
Dadurch solle die Geschlechtsausbildung, die sich bei frisch geschlüpften Tilapien noch beeinflussen lässt, in die gewünschte Richtung gelenkt werden, erläutert Gabriele Hörsten-Schwarck von der Abteilung für Aquakultur und Gewässerökologie an der Georg-August-Universität Götting. Das Problem dabei ist allerdings, dass die verfütterten Hormone über die Gewässer in die Umwelt gelangen, wo sie andere Lebewesen negativ beeinflussen können.
Warmes Wasser wirkt besser als Hormone
Die Lösung: Wenn die frisch geschlüpften Fische für einige Tage in 36 Grad warmes Wasser gesetzt werden, komme es ebenfalls zur männlichen Geschlechtsausbildung, sagt die Forscherin. Werden die Tiere dann nach etwa zehn Tagen in normal temperiertes Wasser zurückgesetzt, wachsen sie immer noch schneller und stärker als die hormonbehandelten Männchen.
Die Warmwasser-Behandlung sei damit nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich von Vorteil, folgern die Forscher. Da sich die Tilapien größtenteils pflanzlich ernähren und zudem noch robust und nicht besonders krankheitsanfällig sind, gehören die Tiere auch zu den bevorzugten Zuchtfischen. Hauptproduktionsland für Tilanpien ist derzeit China, gefolgt von Ägypten.
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