"Blutrennen"

Anonymous droht Formel-1-Chef Ecclestone

Web
17.04.2013 08:25
Mitglieder des Hackerkollektivs Anonymous haben Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor dem Grand Prix in Bahrain mit Attacken im Internet gedroht. Sie werfen dem Briten vor, Menschenrechtsverletzungen in dem Wüstenstaat zu unterstützen. "Wir werden euch aus dem World Wide Web entfernen", hieß es in einem Video, das am Dienstag auf dem Videoportal Vimeo veröffentlicht wurde.

Außerdem kündigten die unbekannten Aktivisten die Veröffentlichung persönlicher Daten der Veranstalter an. Ecclestone forderten sie auf: "Sag dein Blutrennen jetzt ab!" Unterstützer der demokratischen Protestbewegung in Bahrain hatten schon im vergangenen Jahr das Formel-1-Rennen mit unterschiedlichen Aktionen gestört. Unter anderem hatte Anonymous die offizielle Homepage der Formel 1 gehackt. Vor zwei Jahren war das Rennen wegen blutiger Unruhen abgesagt worden. 

Bernie Ecclestone rechnet indes nicht mit Attacken von Protestierenden in Bahrain auf Formel-1-Personal am Wochenende. "Ich denke nicht, dass die Leute, die um ihre Position streiten, schlechte Menschen sind, und ich denke nicht, dass sie versuchen werden, Formel-1-Leute zu verletzen, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen", wurde Ecclestone am Dienstag von der britischen Zeitung "Daily Mirror" zitiert. 

Tags zuvor hatte die Regierung des Inselstaats im Persischen Golf die Sicherheit des Rennens garantiert. "Alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen" würden ergriffen, versprach Regierungssprecherin Samira Rajab, nachdem es eine Serie von Explosionen gegeben hatte. Das Innenministerium macht Oppositionelle dafür verantwortlich. 

"Schwer zu entscheiden, wer Recht hat und wer nicht"
Die Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Landes richten sich gegen das sunnitische Königshaus. Die Opposition fordert Reformen und die Freilassung von politischen Gefangenen. "Wir wollen Menschen nicht streiten und kämpfen sehen um Dinge, die wir nicht verstehen", meinte der 82-jährige Ecclestone. Im vergangenen Jahr habe er mit "Leuten aus den Reihen der Protestler" und mit "Leuten der Regierung" gesprochen. "Und es war wirklich schwer zu entscheiden, wer Recht hat und wer nicht."

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