Wegen "Unbehagens"

Mubarak-Prozess nach Richter-Rücktritt vertagt

Ausland
13.04.2013 10:51
Das Wiederaufnahmeverfahren gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wegen der Tötung von Demonstranten ist vorerst geplatzt. Kurz nach Prozessbeginn am Samstag verwies der vorsitzende Richter Mustafa Hassan Abdullah den Fall an das Kairoer Berufungsgericht. Er begründete seine Entscheidung damit, dass er befangen sei und "Unbehagen" empfinden würde, sollte er selbst das Revisionsverfahren leiten. Der Prozess wird damit auf unbestimmte Zeit vertagt.

Der Richter verkündete seine Entscheidung gleich zu Beginn der Verhandlung in der Polizeiakademie am Rande der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Der 84-jährige Mubarak selbst wurde zuvor per Helikopter zu dem Gebäude gefolgen. Auf einer Trage wurde der gesundheitlich schwer angeschlagene frühere Staatspräsident in den Gerichtssaal gebracht. Er war ganz in weiß gekleidet und trug eine Sonnenbrille.

Mubaraks Gesundheitszustand gilt als kritisch. Es war lange fraglich, ob der 84-Jährige selbst an dem Prozess teilnehmen können wird.

Gericht hob im Jänner Urteil auf
Der ehemalige ägyptische Staatschef war bereits im Juni 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er den Tod von Demonstranten während der Revolution Anfang 2011 nicht verhindert hatte. Im Jänner hob die Justiz das Urteil jedoch auf, der Prozess soll nun neu aufgerollt werden.

Neben Mubarak müssen sich auch sein Innenminister Habib al-Adli und sechs ehemalige ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte erneut vor Gericht verantworten. Auch über Mubaraks Söhne Gamal und Alaa wird wie gegen ihren Vater wieder wegen Korruption verhandelt.

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