Mord in Wien geklärt

Gefesselter Toter: Hauptverdächtige geschnappt

Österreich
10.04.2013 19:35
Ein im November 2012 in Wien begangener Mord dürfte geklärt sein: In einer Ortschaft nahe der italienischen Stadt Florenz ist am Dienstagabend eine 24-jährige Frau festgenommen worden, die unter dringendem Verdacht steht, am 4. November in Ottakring - gemeinsam mit Komplizen - den 54-jährigen Rudolf L. erdrosselt zu haben. Die Frau wurde von Zielfahndern aus Österreich und Italien aufgespürt. Sie leistete bei der Verhaftung keinen Widerstand.

Ein Geschäftspartner hatte den 54-Jährigen im November 2012 vermisst gemeldet. Exekutivbeamte fuhren daraufhin zur Wohnung des Mannes in der Hubergasse 12 (Bild) und machten dort eine grauenvolle Entdeckung: Rudolf L. lag tot in Bauchlage auf seinem Bett. Seine Hände waren am Rücken gefesselt. Auch die Füße des Mannes waren zusammengebunden (siehe Infobox). 

Die Leiche des 54-Jährigen gab den Ermittlern zunächst einige Rätsel auf. Die Obduktion ergab, dass der gebürtige Kärntner erstickt war. Etwa drei bis vier Tage dürfte der Tote bereits in der Wohnung gelegen sein. Er wies Hämatome am Kopf- und im Gesicht auf. Schmuck und ein Computer des Ermordeten fehlten. Das Appartement machte ansonsten einen sehr geordneten Eindruck, auch gab es keine Spuren eines Kampfes.

Verdächtige mit Auto des Opfers nach Italien geflüchtet
Ende November wurde dann eine österreichische Zielfahndereinheit mit dem Fall betraut. Nur einen Monat später wurde ein Komplize der 24-Jährigen in Spanien festgenommen und nach Österreich ausgeliefert. Laut Ermittlungen dürfte die Hauptverdächtige, die als Escort-Dame arbeitete, zusammen mit ihren Komplizen mit dem Wagen des Opfers nach Italien geflüchtet sein. Das Auto war bereits einige Tage nach der Tat in Ligurien gefunden worden.

In Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden konnte dann der Aufenthaltsort der Hauptverdächtigen ausgeforscht werden. Fünf Monate nach dem Leichenfund klickten für die Rumänin, die für Rudolf L. gearbeitet hatte, in der Ortschaft Bagno a Ripoli bei Florenz in Italien die Handschellen. "Sie war bei der Festnahme allein in der Wohnung und hat keinen Widerstand geleistet," so Mario Hejl, Sprecher des Bundeskriminalamts. Die 24-Jährige bestritt jedoch die Tat. Sie wurde in eine Florentiner Haftanstalt überstellt.

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