Tor von Dragovic

EL: Basel schlägt Tottenham im Elferschießen

Sport
12.04.2013 00:06
Aleks Dragovic darf mit dem FC Basel über den größten internationalen Erfolg der 120-jährigen Klubgeschichte jubeln. Die Schweizer schafften am Donnerstag mit einem dramatischen 4:1 im Elfmeterschießen gegen Tottenham den Aufstieg ins Halbfinale der Europa League. Spannend - aber bedeutend weniger dramatisch - lief es auch in den anderen drei Partien, in denen Chelsea (2:3 bei Rubin Kasan), Benfica (1:1 bei Newcastle) und Fenerbahce (1:1 bei Lazio Rom) jeweils den Aufstieg schafften.

Dragovic erlebte vor 36.500 Zuschauern ein Wellenbad der Gefühle. Als der ÖFB-Internationale nach einem Eckball per Abstauber traf, entlud sich bei ihm die Freude. Bei wahrlich englischen Bedingungen im Basler Dauerregen hatte sich der Innenverteidiger zunächst nämlich einen folgenschweren Patzer geleistet. Nach einem weiten Ball der ohne ihren verletzten Superstar Gareth Bale angetretenen Gäste missglückte sein Tackling völlig: Clint Dempsey "bedankte" sich mit dem Treffer zum 0:1 (23.).

Dragovic lässt sich nicht unterkriegen
Ein Geschenk der "Spurs" ebnete Basel jedoch den schnellen Ausgleich: Tottenham produzierte im Spielaufbau einen Fehlpass, über FC-Kapitän Marco Streller kam der Ball zu Mohamed Salah, und der im Hinspiel noch als Chancentod aufgefallene Ägypter traf per "Spitz" zum 1:1 (27.). In einer unterhaltsamen Partie hatten danach beide Teams ihre Momente.

Dragovic durfte sich dabei zumeist mit Tottenhams Solospitze Emanuel Adebayor beschäftigen. Der Stürmer aus Togo stellte die blau-rote Abwehr vor Probleme. Bei einem Kopfball von Adebayor kurz nach Seitenwechsel kam Dragovic fast entscheidend zu spät - ehe er postwendend selbst zuschlug. Von seinem ersten Tor im laufenden Bewerb topmotiviert hätte der Ex-Austrianer beinahe noch nachgelegt: Sein Kopfball nach einer weiteren Standardsituation in der 57. Minute ging aber knapp am Tottenham-Gehäuse vorbei.

FCB-Goalie Sommer Held im Elferschießen
Die Basler Mannschaft von Trainer Murat Yakin schien somit auf Aufstiegskurs. Dempsey erwies sich jedoch ein zweites Mal als "Partyschreck", als er einen langen Ball zum 2:2 verarbeitete (82.). Tottenham ging danach mit zehn Mann in die Verlängerung, nachdem Jan Vertonghen nach einer Notbremse an Streller in der 90. Minute Rot gesehen hatte. In der Verlängerung war der eingewechselte Alex Frei fast Matchwinner für Basel, der Ex-Teamstürmer zögerte bei einer Topchance (113.) aber zu lange. So folgte nach 120 Minuten die Entscheidung vom Elferpunkt. Dort parierte FCB-Goalie Yann Sommer den Elfmeter von Tom Huddlestone, ehe Adebayor den Ball über die Latte jagte. Bei Basel trafen hingegen alle vier Schützen.

Chelsea verliert, steigt aber trotzdem auf
Chelsea musste sich bei Rubin Kasan (Bild 4) zwar 2:3 geschlagen geben, schaffte nach einem 3:1 in London aber den Aufstieg. Auch dank eines Starts nach Maß: Hinspiel-Doppeltorschütze Fernando Torres brachte Chelsea schnell voran (5.). Nach einem weiten Pass von Frank Lampard überhob der Spanier den aus dem Tor geeilten Kasan-Schlussmann Sergej Ryschikow erfolgreich.

In der zweiten Spielhälfte wurde Kasan stärker und schlug durch zwei Kopfballtore von Ivan Marcano (51.) und Gökdeniz Karadeniz (62.) sowie einen Elfmeter von Bebars Natcho (75.) zu. Am Ende fehlten dem Bezwinger von Titelverteidiger Atletico Madrid durch das zwischenzeitliche 1:2 von Victor Moses (55.) aber zwei Tore zur neuerlichen Sensation.

"Magpies" gegen Benfica auf verlorenem Posten
Chelseas Liga-Konkurrent Newcastle United vermochte zu Hause das 1:3 gegen Benfica Lissabon nicht mehr zu drehen. Portugals Tabellenführer war auch auswärts die bessere Elf. Nach dem 1:0 durch Demba Cisse (71.) schöpfte Newcastle dennoch Hoffnung, Benficas Salvio gelang aber in der Nachspielzeit der Ausgleich zum 1:1-Endstand.

Lazio schafft in Geisterspiel gegen "Fener" keine Wende
Um das Halbfinale zittern musste Fenerbahce. Den Grundstein zum Aufstieg gegen Lazio Rom hatten die Türken mit einem 2:0 zwar in Istanbul gelegt, im Stadio Olimpico ließ Senad Lulic (60.) Lazio aber hoffen. Ohne die Unterstützung ihrer Fans, die wegen rassistischer Vergehen ausgeschlossen waren, gelang die Wende aber nicht mehr. Im Gegenteil: "Fener" glich durch Canah Erkin (73.) noch aus.

Die Vorschlussrunde wird am Freitag in Nyon ausgelost und am 25. April sowie am 2. Mai gespielt. Das Finale steigt am 15. Mai in Amsterdam.

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