Beihilfe zum Mord
D: Fahnder sind 50 KZ-Aufsehern auf der Spur
Den Ermittlern lägen die Namen und die Angaben zu den Wohnorten der Tatverdächtigen vor, bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm gegenüber Medien. Die Verdächtigen lebten über ganz Deutschland verteilt. Es handle sich um Personen im Alter um die 90 Jahre.
Optimismus nach Demjanjuk-Urteil
Schrimm hält es seit dem Urteil gegen John Demjanjuk, der Wachmann im Lager Sobibor war, für aussichtsreich, auch gegen KZ-Aufseher Prozesse zu führen - selbst, wenn ihnen unter anderem aus Mangel an Zeugen keine direkte Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann.
Demjanjuk war 2011 wegen Beihilfe zum Mord in 20.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden (siehe Infobox). Das Landgericht München bezeichnete ihn damals als "Teil der Vernichtungsmaschinerie". Anders als früher reiche seit diesem Spruch "jede Tätigkeit in einem Konzentrationslager aus, um wegen der Beihilfe zum Mord zu verurteilen", sagte Schrimm.
Auschwitz-Komitee: "Spät, aber nicht zu spät"
Das Internationale Auschwitz-Komitee begrüßte die Ermittlungen gegen die Verdächtigen: "Jetzt erreicht sie hoffentlich doch noch eine Spur der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Es ist spät, aber noch nicht zu spät", so der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees ehemaliger Auschwitz-Häftlinge, Christoph Heubner, in einer Erklärung. "Für die Überlebenden von Auschwitz, die die Bilder des Lagers und ihrer ermordeten Familien durch ihr ganzes Leben tragen, ist dies eine wichtige Nachricht."







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