Grund noch unklar

Trächtige Weiße Haie meiden laut Studie Küstennähe

Wissen
04.04.2013 09:16
Weibliche Weiße Haie verbringen den Großteil ihrer Schwangerschaft auf hoher See. Das hat eine Studie des US-amerikanischen Marine Conservation Science Institute (MCSI) im kalifornischen Fallbrook ergeben. Die Nichtregierungsorganisation, die für den Schutz von Meerestieren eintritt, hat die Bewegung von vier Weibchen im Pazifik über mehrere Jahre mithilfe von Funksendern aufgezeichnet.

Der Untersuchung zufolge paarten sich die beobachteten weiblichen Weißen Haie vor der mexikanischen Halbinsel Niederkalifornien, ehe sie für über 15 Monate auf den Ozean hinausschwammen. Hochschwanger kehrten sie schließlich an die Küste Mexikos zurück, im 18. Monat bekamen sie ihre Jungen. Kurz darauf wurden sie wieder trächtig und schwammen erneut auf den Ozean hinaus. Die Forscher vermuten, dass die Weibchen während der Schwangerschaft die Männchen meiden - nur zu 4,2 Prozent der Zeit auf hoher See befanden sie sich in der Nähe der Region, die von männlichen Weißen Haien durchstreift wird.

Verletzungen während der Paarungszeit
"Während der Paarungszeit sieht man viele männliche und weibliche Tiere mit Verletzungen", kommentierte Studienautor Michael Domeier vom MCSI. "Es ist zwar unklar, ob die Männchen um Futter oder um Weibchen kämpfen oder um beides, aber diese Aggression könnte der Grund sein, warum Weibchen die Männchen zu anderen Zeiten meiden."

In den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft seien die Tiere in Küstennähe zudem besonders von der Fischerei gefährdet, mahnen Domeier und seine Mitautorin Nicole Nasby-Lucas. Die Studie ist in der neuen Open Access Zeitschrift "Animal Biotelemetry" des Fachverlags BioMed Central erschienen.

Sender an Rückenflosse angebracht
Es ist sehr aufwendig, Weiße Haie mit Funk-Sendern auszustatten. Die Tiere müssen mit einem speziellen Köder eingefangen und für mehrere Stunden auf ein Forschungsschiff gebracht werden. Dort werden die Sender an der Rückenflosse angebracht. Sie funken immer dann ein Signal zu einem Satelliten, wenn die Tiere auftauchen. Nach Angaben der Autoren waren die Sender mit besseren Batterien als in früheren Studien ausgestattet. So seien Weiße-Hai-Weibchen das erste Mal über mehr als ein Jahr verfolgt worden.

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