Do, 23. Mai 2019
20.04.2019 07:00

Uralte Bräuche

Osterhase und Osterei kennt man seit Jahrtausenden

Mit dem christlichen Fest Ostern sind seit Jahrhunderten allerlei Bräuche verbunden, die zum großen Teil heidnischen Ursprungs sind. So lässt sich etwa das Verschenken bunter Eier bis zu den alten Chinesen zurückverfolgen. Der Hase wiederum tauchte bereits in der ägyptischen Mythologie auf.

Das Ei ist ein altes Fruchtbarkeitssymbol, Ursprung des Lebens, des Seins und Werdens. Darüber hinaus war es seit jeher ein Naturalzins. Bunte Eier gab es schon lange vor dem Brauch, sich zu Ostern Eier zu schenken. So hat man etwa bereits vor 5000 Jahren in China, aber auch in Ägypten und Persien (heute Iran) zum Frühlingsfest bunt bemalte Eier verspeist.

Bis in das 15. Jahrhundert verstand man unter Ostereiern auch ein „bis zu Ostern abzulieferndes Zinsei“. Seit dem 16. Jahrhundert wird das Hühnerprodukt im heutigen Sinne verwendet. Den am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegten Eiern sprach der Volksglaube überdies Unheil abwehrende und Segen spendende Wirkung zu. Verzierte Ostereier wurden erstmals anno 1615 erwähnt.

Speisensegnung ist ein uralter Brauch
Der Brauch der Speisensegnung zu Ostern – oft fälschlich Fleischweihe genannt – wird besonders in Österreich, Bayern und Südtirol gepflegt. Er lässt sich bis in das 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Speisen wie Fleisch und Eier, deren Genuss in der strengen mittelalterlichen Fastenordnung verboten war, gewannen durch die österliche Segnung im Volksglauben besondere Bedeutung und Kräfte. Heute kann dieser Brauch den Sinn haben, die Brücke zwischen dem Altar und dem häuslichen Tisch zu schlagen, zwischen dem Sakralen und dem Profanen.

Der Brauch einer besonderen Osterkerze, liturgische Lobpreisung in der Osternachtfeier und zugleich Darbringung und Segnung, tauchte erstmals 384 in Piacenza auf. Dieses Sinnbild für den auferstandenen Christus erhielt im Laufe der Jahrhunderte seine heutige Gestalt und Gestaltung. Auf der Vorderseite ist mit Wachs ein Kreuz eingetragen, über dem der erste (Alpha) und der letzte (Omega) Buchstabe des griechischen Alphabets zu lesen ist. Die Osterkerze wird bis zum Fest Christi Himmelfahrt bei jedem Gottesdienst und zu jeder Taufe angezündet.

Hase war im Mittelalter Zeichen für Christus
Der Kinder liebstes Wesen ist der Osterhase. Auch er gilt als Fruchtbarkeitssymbol und taucht bereits in der ägyptischen Mythologie auf. Die Vorstellung vom Hasen als österlichem „Eierbringer“ ist in Deutschland zum ersten Mal im 17. Jahrhundert belegt. In Byzanz soll er im Mittelalter sogar ein Zeichen für Christus gewesen sein. In der Annahme, der Hase schlafe mit offenen Augen, verglich man ihn mit dem Auferstandenen, der nicht im Tod entschlafen war.

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