Schnee und Eis
So helfen Sie Pflanzen durch den “Märzwinter”
"Märzwinter" nennen es Meteorologen und Gartenexperten, wenn sich der Winter nach den ersten frühlingshaften Temperaturen nochmals kräftig zurückmeldet. Dabei sind Minusgrade im März gar nicht so selten. Dieses Jahr kommt aber zu der Kälte auch noch – je nach Region – mehr oder weniger starker Schneefall dazu. Und so mancher Gartenfreund fragt sich besorgt, welche Auswirkungen das eisige Wetterchaos auf die ersten zarten Knospen von Blumen und Sträuchern hat.
Wärmedecke Schnee
Der Griff zurück zur Winterjacke tut schon weh – und Schnee, der sich alsbald zu einem wenig ansehnlichen Matsch verwandelt, wollen wir zu dieser Jahreszeit im Alltag schon gar nicht mehr haben. Doch der teilweise heftige Schnee ist für die Pflanzen ein wahrer Glücksfall. Denn Schnee legt sich wie eine wärmende Decke auf Boden und Pflanzen und schützt so vor allzu starken Frostschäden. Ohne diese "Isolierdecke" von Mutter Natur würde der Frost tief in die Erde eindringen und die Wurzeln so mancher Pflanze erfrieren lassen.
Die meisten Knospen sind noch geschlossen und stecken daher auch einige Tage mit tieferen Temperaturen im Regelfall gut weg. Auch hier wirkt der wärmende Schutz der (leichten!) Schneedecke. Hart im Nehmen sind Frühblüher wie z.B. Krokusse und Tulpen, die sich bereits durch die Erde schieben. Wichtig ist jedoch, dass kein Frost auf lebende Blattzellen trifft.
Durch den Kälteeinbruch ist allerdings das Wachstum der Pflanzen gebremst – die Vegetation macht erst einmal Pause. Wenn es dann hoffentlich bald wieder wärmer wird, holt die Natur dafür umso rascher wieder auf.
Einige Tipps:
- Frühblüher in Töpfen und Kisten: Die ersten warmen Tage haben so richtig Lust auf das Pflanzen und Dekorieren mit Narzissen, Hyazinthen, Primeln und anderen Frühlingsboten gemacht. Da in Pflanzgefäßen die Erde leichter gefriert, sollte man nach Möglichkeit diese Frühblüher für die Tage des Frosteinbruchs an einen geschützten, wärmeren Ort (z.B. Garage) bringen oder sie zumindest an eine windgeschützte Ecke einer Hauswand stellen.
- Schutz immer sinnvoll: Wer noch Winterschutz an seinen empfindlicheren Pflanzen hat, sollte diesen jetzt überprüfen und im Anlassfall ausbessern.
- Schnee abschütteln: Schnee übt zwar eine gewisse Schutzfunktion aus, in größeren Mengen kann er jedoch zu schwer werden und Bäumen, Sträuchern und Pflanzen schaden (Baum- oder Strauchformen können verderben, Äste abknicken etc.). Gerade der Märzschnee ist erfahrungsgemäß recht schwer. Gräser und Sträucher nur leicht schütteln! Sogenannte bruchgefährdete Pflanzen vorsorglich zusammenbinden. Nicht mit Stäben Schnee von Bäumen herunterschlagen, da gefrorene Äste leicht brechen.
Sonderfall Rasen
So zuverlässig und gut der späte Schnee die meisten Pflanzen schützt, so schädlich kann er für den Rasen werden. Denn dieser wird durch die Schneedecke für die verschiedensten Krankheiten anfällig.
Auch bei Schnee im März gilt daher eine wichtige Rasenregel: Eine mit Schnee bedeckte Rasenfläche sollte nicht, oder so wenig wie möglich, betreten werden. Denn durch das Betreten verdichtet sich die Schneedecke, was zu einem Luftabschluss führt.
Vor allem zwei Krankheiten gefährden jetzt das Grün: Typhulafäule und Schneeschimmel. Bei der Typhulafäule handelt es sich um eine Pilzkrankheit. Sporen sind zwar zu jeder Jahreszeit vorhanden, die Temperaturbedingungen unter einer festgetretenen Schneedecke bieten dem Pilz aber besonders gute Ausbreitungsbedingungen. Bemerkbar macht sich der Pilz mit seinen unschönen Symptomen leider erst dann, wenn es schon zu spät ist: Graubraune Flecken und unschön geformte Halme machen den Rasen ziemlich unansehnlich.
Der Schneeschimmel entsteht auch ganz ohne Schnee. Er entwickelt sich in den kalten Monaten (auch noch März!) und wird vor allem vom Wechsel wärmerer und kälterer Perioden begünstigt. Seine Symptome: Wässrig-graue Flecken.
Einige Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Rasen:
- Bretter auf den Rasen legen: Bei Minusgraden können die Halme des Rasens leicht gefrieren, sie brechen beim Betreten rasch ab. Für das Auftauen des Bodens reichen einige wenige Sonnentage im Frühjahr nicht aus. Daher raten Gartenexperten, vorsichtshalber für Wege über den Rasen einige "Laufbretter" aufzulegen. Dadurch verteilt sich das Gewicht wesentlich besser und es werden Druckstellen verhindert.
- "Winterreste" entfernen: Nach Wegschmelzen der Schneedecke den Rasen auf mögliche Winterkrankheiten untersuchen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme mit dem Laubbesen, Winterreste (Zweige, Laub etc.) sowie verklebte Rasenteile entfernen.
- Frühe Düngung: Regelmäßige Düngung unterstützt ganz allgemein die Widerstandkraft des Rasens gegen Krankheiten und Schäden. Fachleute empfehlen eine frühe Düngung etwa ab Mitte März, um die Triebkraft der Gräser zu unterstützen.







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