06.03.2013 10:31 |

Während PC-Kurs

Inhaftierter Hacker knackt Netzwerk von Strafanstalt

Ein wegen cyberkrimineller Machenschaften zu fünf Jahren Haft verurteilter Brite ist erneut straffällig geworden - und zwar ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Gefängnis. Dem 21-jährigen Nicholas Webber war es während eines Informatikkurses in der britischen Strafanstalt Isis gelungen, sich in deren Computersystem zu hacken und eine "Riesen-Panik" zu verursachen, wie die britische "Daily Mail" berichtet.

Der Vorfall ereignete sich bereits 2011, gelangte dem Bericht nach aber erst jetzt durch eine Klage des Kursleiters Michael Fox an die Öffentlichkeit. Denn dieser war für den Angriff Webbers auf das Computersystem der Haftanstalt verantwortlich gemacht und in weiterer Folge gefeuert worden. Fox beteuert, nicht über die Hacker-Vergangenheit des Häftlings informiert worden zu sein und ficht seine Kündigung daher nun gerichtlich an.

Offen bleibt indes, wie Webber überhaupt der Besuch eines Informatikkurses gestattet werden konnte. Denn der 21-Jährige war bei Weitem kein unbeschriebenes Blatt. Mit 17 gründete der Sohn eines britischen Parlamentariers aus Southsea ein Hackerforum namens "GhostMarket", nachdem er kurz zuvor wegen Eindringens in das Computersystem seiner Schule von dieser verwiesen worden war.

Auf "GhostMarket" tauschten sich weltweit rund 8.000 Mitglieder darüber aus, wie sich Computerviren erstellen oder Kreditkartendaten abschöpfen lassen. 100.000 Datensätze gestohlener Kreditkarten wurden zudem direkt über das Forum zum Kauf angeboten. Ermittler bewiesen einen Schaden von 473.000 britischen Pfund (548.000 Euro) durch 3.500 dieser Karten.

Webber, der sich selbst als den "derzeit vermutlich meistgesuchten Cyberkriminellen" bezeichnete, finanzierte sich mit seinen Betrügereien einen exzessiven Lebensstil. Mithilfe von gestohlenen Kreditkartendaten kaufte er sich Computer, Videospiele, iPhones und iPods im Wert von umgerechnet mehr als 46.000 Euro. Verhaftet wurde er schließlich, als er mit einer gestohlenen Kreditkarte eine Penthouse-Suite in einem Londoner Nobelhotel bezahlen wollte.

Laut "Daily Mail" verursachte sein Hack in das Computersystem der Haftanstalt eine "Riesen-Panik". Ein Gefängnissprecher räumte den Vorfall ein, spielte seine Bedeutung aber herunter. Zur Zeit des Zwischenfalls sei das Ausbildungs-Computersystem der Haftanstalt ein geschlossenes Netzwerk gewesen. "Ein Zugriff auf persönliche Informationen beziehungsweise ein weiterer Zugang zum Internet oder anderen Gefängnissystemen wäre nicht möglich gewesen."

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