Anklage und Verteidigung hatten sich zwar darauf geeinigt, dass sich Pistorius zweimal wöchentlich melden solle, wenn er freikomme. Diese Bedingung wurde aber vom Gericht nicht in seine Entscheidung zur Freilassung auf Kaution aufgenommen.
Freundin wurde vor Schüssen misshandelt
Verwandte der angeblich versehentlich erschossenen Reeva Steenkamp erhoben indes schwere Vorwürfe: Sie beschrieben schwere Kopfwunden, verursacht von einem Cricket-Schläger, und erklärten der englischen Zeitung "Daily Mail", dass das Model schwer misshandelt worden war, bevor es durch Schüsse, die Pistorius durch die Badezimmertür abgab, starb.
Pistorius beteuert bislang aber, dass er mit dem am Tatort gefundenen blutigen Cricket-Schläger lediglich die Tür zum Bad aufgebrochen habe. Reevas Vater Barry Steenkamp erklärte: "Wenn Oscar die Wahrheit sagt, kann ich ihm vielleicht eines Tages vergeben. Aber wenn es nicht so war, wie er sagt, dann muss er leiden – und er wird leiden."
Pistorius pocht auf tragisches Versehen
Pistorius, der mit spektakulären Sprints auf Unterschenkelprothesen zum Star wurde, hatte Steenkamp am Valentinstag in seinem Haus erschossen. Der Sportler gibt an, dass es ein tragisches Versehen gewesen sei und er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Diese Version glaubt ihm die Staatsanwaltschaft nicht.
Ein Richter ließ Pistorius nach mehrtägiger Anhörung am Freitag gegen eine Kaution von 85.600 Euro und weitere Auflagen frei. Unter anderem muss Pistorius eine Erlaubnis einholen, wenn er die südafrikanische Hauptstadt verlassen will. Er muss am 4. Juni wieder vor Gericht erscheinen.
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