"Pflicht für Muslime"

Al-Kaida ruft in Mali zum “Heiligen Krieg” auf

Ausland
12.02.2013 17:14
Das Terrornetzwerk Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat am Dienstag zum "Heiligen Krieg" in Mali aufgerufen. "Es ist eine Pflicht für jeden fähigen Muslim, die Muslime in Mali zu unterstützen", forderte das AQAP-Scharia-Komitee nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens SITE vom Dienstag.

Den "Ungläubigen" zu helfen, komme "Abtrünnigkeit" gleich. AQAP wird von US-Beamten als gefährlichster Al-Kaida-Ableger eingestuft. Der Aufruf zum Dschihad erfolgte nur wenige Tage, nachdem die Islamisten in der malischen Stadt Gao begonnen hatten, den internationalen Truppen Widerstand zu leisten und erstmals Selbstmordanschläge zu verüben.

Frankreichs Ziel ist, "Kontrolle der Terroristen" zu beenden
Frankreich hatte vor einem Monat eine Militäroffensive mit der malischen Armee gestartet, um die Islamisten im Norden des Landes an einem weiteren Vormarsch in Richtung Süden zu hindern. Dabei stießen die Soldaten auf praktisch keinen Widerstand und konnten sämtliche Islamisten-Hochburgen zurückerobern. Doch nun gehen die Rebellen zunehmende zu einer Guerilla-Taktik über. Die Sicherheitskräfte entdecken täglich Lager mit Sprengsätzen und Munition, hieß es aus malischen Sicherheitskreisen.

Vor diesem Hintergrund erklärte Frankreichs Präsident Fracois Hollande, dass der Militäreinsatz der französischen Armee so lange andauern werde, bis kein Gebiet mehr von Islamisten kontrolliert werde. "Es ist die Pflicht Frankreichs, die Operation zu Ende zu bringen, damit kein einziger Teil des Territoriums in Mali unter der Kontrolle der Terroristen verbleibt", sagte Hollande am Montag.

Malische Regierung zögert noch bei UNO-Mission
Während die EU-Trainingsmission, an der auch Österreich mit acht Soldaten teilnehmen wird, bereits unter Dach und Fach ist, hat die Regierung in Mali noch keine endgültige Entscheidung über eine UNO-Friedensmission getroffen. Zwar gebe es innerhalb des Sicherheitsrates offenbar eine wachsende Übereinstimmung über die Notwendigkeit eines solchen Einsatzes, sagte am Montag UNO-Vize-Generalsekretär Jan Eliasson vor Journalisten in New York. Die UNO habe "aber noch kein grünes Licht von der malischen Regierung bekommen, die immer noch zögert".

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