15.01.2013 09:41 |

Vor 4.200 Jahren

Menschen aus Indien besiedelten Australien

Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass Australien zwischen seiner ursprünglichen Besiedlung vor etwa 40.000 Jahren und der Ankunft von Europäern im späten 18. Jahrhundert größtenteils isoliert geblieben ist. Jetzt zeigt eine neue Studie aber, dass die Aborigines in Australien schon lange vor dem Eintreffen der Europäer Besuch aus Indien bekommen hatten.

Neue Genforschungen belegen, dass vor rund 4.200 Jahren Menschen aus dem südasiatischen Land übers Meer bis nach Australien gelangt sein müssen. Es habe einst einen "substanziellen Genfluss" zwischen Indern und Australiern gegeben, fand eine Forschergruppe um Irina Pugach vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig heraus.

Das Team hat für seine Untersuchung das Erbgut von 344 Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt analysiert. Darunter waren Aborigines aus dem nördlichen Australien sowie Einwohner Indiens und Indonesiens. Ergebnis: 141 Generationen früher - also vor umgerechnet etwa 4.230 Jahren - müssen Inder und Australier miteinander in Kontakt gekommen sein, schreiben die Forscher in "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Zeitgleich tauchte auch der Dingo auf
Interessanterweise habe es etwa zur selben Zeit auch zahlreiche weitere Veränderungen in Australien gegeben, sagte Erstautorin Pugach. Plötzlich seien damals andere Arten von Steinwerkzeugen genutzt worden. Auch der Wildhund Dingo, der morphologisch indischen Hunden ähnle, sei zur selben Zeit erstmalig in der Region aufgetaucht. Pugach vermutet daher einen Zusammenhang zwischen dem Genfluss und den archäologisch belegten Veränderungen.

Australien wurde vor rund 40.000 Jahren besiedelt. Bisher herrschte in Fachkreisen die Ansicht vor, dass der Kontinent bis zur Ankunft der Europäer weitgehend isoliert blieb. Allerdings gab es bereits einzelne Studien, die den jetzt nachgewiesenen Genaustausch während des Holozäns (von vor etwa 10.000 Jahren bis heute) nahelegten.

Die Max-Planck-Forscher belegten außerdem eine gemeinsame Herkunft von Populationen aus Australien, Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich diese Gruppen vor etwa 36.000 Jahren getrennt voneinander weiterentwickelten.

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