Do, 13. Dezember 2018

2,4 Grad seit 1958

23.12.2012 19:00

Die Westantarktis erwärmt sich viel rascher als gedacht

Der westliche Teil der Antarktis erwärmt sich viel stärker als bisher gedacht. Mit einem Temperaturanstieg von 2,4 Grad seit 1958 gehöre die Zentralregion der Westantarktis sogar zu den Gebieten auf der Erde, die am schnellsten wärmer werden, berichten Polarforscher im britischen Fachjournal "Nature Geoscience". Die Temperatur klettert dort demnach dreimal rascher als im globalen Durchschnitt.

Grundlage der Berechnungen sind Temperaturmessungen der amerikanischen Byrd-Station (das Bild zeigt eine Aufnahme, die Ende der 1950er-Jahre gemacht wurde), die sich auf 1.530 Metern über dem Meeresspiegel - rund 500 Kilometer von der Küste entfernt - mitten auf dem westantarktischen Festlandeis befindet.

Forscher schließen Datenlücke
Diese Daten sind aber lückenhaft, da die Station nur von 1958 bis 1975 ständig besetzt war. Daher galten sie bis dato als zu unsicher für längerfristige Trends, wie eine Gruppe um David Bromwich von der Ohio State University in Columbus (USA) berichtet. Von 1980 an gab es nur zum Teil Daten einer automatischen Wetterstation, weil beispielsweise deren Solarzellen im antarktischem Winter keinen Strom lieferten. 2005 wurde die Station ganz geschlossen.

Das Bromwich-Team nutzte nun Wetterdaten anderer zumeist über die Küstenregionen der Antarktis verteilter Stationen und berechnete so die mit großer Wahrscheinlichkeit in der Byrd-Region herrschenden Temperaturen. Damit konnte es die Datenlücken schließen und eine langfristige Temperaturkurve für die Inlandregion erstellen.

Sorge um das Ross-Eisschild
Da in der hoch gelegenen Byrd-Region auch im Sommer eine mittlere Temperatur von minus zehn Grad herrsche, führe die Erwärmung nicht unmittelbare dazu, dass größerer Eismassen schmelzen, betonte Bromwich. Dies begründe aber Sorgen um die Stabilität des Meereises an der Küste und des benachbarten Ross-Eisschilds, schreiben die Forscher. Schon geringe Erhöhungen der Temperaturen führe dort zu einer Beschleunigung der Gletscherflüsse, Abbrüchen vom Schelfeis und verstärktem Schmelzen von Meereis. Auch Gletscher der angrenzenden Antarktischen Halbinsel schmelzen älteren Studien zufolge rasch.

Mehr Schnee bremst Eisverlust nicht
Wie eine erst kürzlich veröffentlichte Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeigte (Bericht in der Infobox), kann ergiebigerer Schneefall infolge der Erderwärmung sogar zu mehr Eisverlust in der Antarktis führen. Durch die weiße Pracht werde nämlich der Eisfluss in Richtung Küste erhöht, schrieben die Wissenschaftler um Ricarda Winkelmann im Fachblatt "Nature".

So gehen etwa 30 bis 65 Prozent des Volumenzuwachses durch den Schnee aufgrund des in der Studie beschriebenen Effekts wieder verloren. Mehr Schnee in der Antarktis könne den Anstieg des Meeresspiegels nicht verhindern. "Das ist sehr beunruhigend", so die Forscher.

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