So, 19. August 2018

Kleines Glossar

12.01.2013 11:58

Was du über Wertpapiere wissen solltest

Wer sich in seiner Bank hinsichtlich Anlagevarianten beraten lässt, wird zwangsläufig auch Wertpapiere angeboten bekommen. Dabei fallen recht schnell diverse Fachbegriffe, welche zur Beschreibung herangezogen werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Begriffe zum Thema.

Aktien
Aktien sind Wertpapiere, welche die Beteiligung an einem Unternehmen, einer Aktiengesellschaft, verbriefen. Die wichtigsten Rechte des Aktionärs sind die Beteiligung am Gewinn des Unternehmens und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Bei sogenannten Vorzugsaktien verzichtet der Aktionär auf sein Stimmrecht zugunsten eines höheren Gewinns. Aktien werden üblicherweise über die Börse zum jeweils aktuellen Kurs an- und verkauft. Damit kannst du Gewinne machen, aber auch das komplette Kapital verlieren.

Anleihen
Anleihen - auch als Schuldverschreibungen bzw. Renten bekannt - sind Wertpapiere, in denen sich der Aussteller – der sogenannte Schuldner oder Emittent - dem Inhaber (Gläubiger, Käufer) gegenüber dazu verpflichtet, das erhaltene Kapital zu verzinsen und es gemäß den Anleihebedingungen zurückzuzahlen. Als Faustregel gilt: Je höher die Verzinsung, desto höher das Risiko, dass der Emittent seine Schuld nicht bedienen kann. Sofern der Emittent bewertet wurde, gibt ein Rating von Agenturen wie Standard & Poors Aufschluss über die Bonität. Dieses sollte möglichst im Bereich "A" oder nur geringfügig darunter liegen.

Anleihen kannst du bei Erstemission im Normalfall bei deiner Hausbank beziehen. Während der Laufzeit sind diese – sofern sie zum Handel an der Börse zugelassen sind – zum jeweiligen Tageskurs über den sogenannten Sekundärmarkt handelbar. Anleihen mit variabler Verzinsung sind dabei normalerweise kursstabiler als Anleihen mit fixer Verzinsung, da Letztere auf Zinsschwankungen am Markt stärker reagieren. Und das kann Kursgewinne, aber auch Kursverluste bei Verkauf während der Laufzeit bedeuten. Am Ende der Laufzeit erhältst du 100 Prozent des sogenannten Nominale, also des Nennwerts der Anleihe, zurück, sofern der Emittent dann noch zahlungsfähig ist.

Nachranganleihe
Wenn du diese angeboten bekommst, solltest du dir bewusst sein, dass du im Falle des Konkurses des Emittenten erst dann Geld zurückbekommst, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt wurden.

Ergänzungskapitalanleihen
Diese sind ebenfalls nachrangig gestellt. Zusätzlich gibt es die Einschränkung, dass Zinsen nur dann gezahlt werden, wenn der Emittent entsprechende Jahresüberschüsse erwirtschaftet hat, die zur Auszahlung der Zinsen ausreichen.

Investmentfonds
Anteilsscheine an Investmentfonds – auch Investmentzertifikate – sind Wertpapiere, die Miteigentum an einem Investmentfonds verbriefen. Investmentfonds arbeiten nach dem Prinzip der Risikostreuung. Nach Anlageklassen betrachtet kann man Anleihenfonds, Aktienfonds sowie gemischte Fonds unterscheiden, wobei Letztere je nach Ausrichtung sowohl in Anleihen als auch in Aktien sowie weitere Anlageklassen investieren können. Fonds können weiters in in- und ausländische Werte investieren. Bei Dachfonds besteht das Fondsvermögen aus anderen inländischen und/oder ausländischen Fonds.

Ausschütter und Thesaurierer
Im Unterschied zu einem ausschüttenden Fonds erfolgt bei einem thesaurierenden Fonds keine Ausschüttung der Erträge, stattdessen werden diese im Fonds wiederveranlagt.

Garantiefonds
Bei Garantiefonds garantiert ein von der Fondsgesellschaft gewählter Garantiegeber für die Ausschüttung während einer bestimmten Laufzeit, die Rückzahlung des Kapitals oder die Wertentwicklung. Garantiefonds sind immer nur so gut wie die Bonität des Garantiegebers.

Benchmark
Eine Benchmark ist als Vergleichsmaßstab zu verstehen, anhand derer ein Fonds an einem vergleichbaren Wert gemessen wird. Meist ist eine Benchmark ein Börsenindex, wie beispielsweise der ATX, der vergleichbare Titel enthält. Der Fondsmanager hat das Ziel, gleich gute Erträge wie die Benchmark zu liefern oder diese sogar zu übertreffen.

Performance
Unter Performance versteht man die Wertentwicklung des eingesetzten Kapitals über einen bestimmten Zeitraum. Sie wird in Prozent angegeben. Wird die Performance für genau ein Kalenderjahr angegeben, dann spricht man von Rendite. Die Performance wird üblicherweise als "YTD" (Year to date = von Jahresbeginn bis zum heutigen Tag) sowie für ein Jahr, drei Jahre und fünf Jahre angeben. Beachte jedoch, dass die Performance ein historischer Wert ist und daraus für zukünftige Wertentwicklungen streng genommen keine Rückschlüsse gezogen werden können.

Volatilität
Die Volatilität zeigt, wie schwankungsfreudig ein Wertpapier ist. Je größer die Schwankungen waren, desto größer auch das Risiko, mit dem der Fonds seine Erträge erwirtschaftet.

Maximum Drawdown
Diese Kennzahl zeigt dir, wie stark ein Papier in der angegebenen Zeitspanne maximal nach unten gegangen ist. Frage dich, ob du mit einer derartigen Schwankung leben könntest. Lautet deine Antwort nein, dann Finger weg.

Kostenfaktoren
Bei Wertpapieren sind immer auch Kosten im Spiel. Die gängigsten Kosten bei Fonds sind Ausgabeaufschläge für den Ankauf. Je managementintensiver ein Fonds, desto höher die Ausgabeaufschläge. Managementgebühren werden jährlich verrechnet und sind in der Regel in der Performance-Darstellung schon berücksichtigt. Erkundige dich auch aktiv nach Verkaufsspesen, die bei manchen Anbietern anfallen können.

Bei Aktien und Anleihen, die du über den Sekundärmarkt kaufst, fallen Börsenspesen an. Diese sind bei Käufen über inländische Börsen günstiger als bei ausländischen Börsen und von Bank zu Bank verschieden. Vergleichen zahlt sich daher aus!

Außerdem sind Depotführungsgebühren sowie die Kapitalertragssteuer zu berücksichtigen.

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