Di, 14. August 2018

Libor-Skandal

19.12.2012 09:41

Schweizer Großbank UBS zahlt 1 Milliarde Euro Geldstrafe

Die Verstrickung in den Libor-Skandal kommt die Großbank UBS teuer zu stehen. Die größte Schweizer Bank zahlt eine Geldstrafe von etwa 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) und wird deshalb im vierten Quartal einen Verlust von zwei bis 2,5 Milliarden Franken schreiben, wie UBS am Mittwoch mitteilte. Zudem müssen einige Mitarbeiter gehen.

Die Strafe ist Bestandteil einer Einigung, die die Bank mit den Aufsichtsbehörden der USA, Großbritanniens und der Schweiz erzielte. UBS Japan wird sich den Angaben zufolge in einem Punkt schuldig bekennen, den Zinssatz Libor manipuliert zu haben.

Rund 40 Mitarbeiter müssen gehen
UBS-Chef Sergio Ermotti zeigtet sich über den Libor-Skandal enttäuscht. Einige Angestellte der Bank hätten sich inakzeptabel verhalten. Die UBS habe disziplinarische Maßnahmen ergriffen: Zwischen 30 und 40 Mitarbeiter haben oder sollen die Bank verlassen.

Er wolle darauf hinwirken, dass sich solche Fälle nicht mehr ereignen, sagte Ermotti am Mittwoch. Das festgestellte Verhalten der Mitarbeiter entspreche nicht den Werten und ethischen Grundsätzen der UBS.

UBS will sich zum Guten verändern
Ermotti, der die Bank seit dem letzten großen UBS-Skandal um den Händler Kweku Adoboli (siehe Infobox) im vergangenen Herbst leitet, unterstrich, dass die UBS-Führung in der Libor-Affäre nach Erhalt von Hinweisen schnell reagiert und die Behörden unterstützt habe.

"Dies zeigt unsere Entschlossenheit, die Bank zum Guten zu verändern", beteuerte Ermotti. Die UBS wolle Fehlverhalten möglichst verhindern.

Besserung bereits in Sicht
Die Frage, ob er die Höhe der Strafe und Gewinnherausgabe von insgesamt 1,4 Milliarden Franken als gerechtfertigt erachte, wollte Ermotti nicht beantworten. Vor dem Hintergrund des befürchteten Quartalsverlusts von zwei Milliarden bis 2,5 Milliarden Franken betonte er, die UBS erziele bei der Kapitalstärkung und dem Abbau von Risiken Fortschritte. Auch rechne die UBS im laufenden Quartal mit einem Nettoneugeldwachstum. Das Japan-Geschäft will Ermotti nach dem Libor-Skandal nicht aufgeben.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA teilte indes mit, bei der UBS im Zusammenhang mit der Zinsmanipulation unrechtmäßige Gewinne in Höhe von 59 Millionen Franken einzuziehen. Die Bank habe in schwerer Weise gegen Schweizer Finanzmarktgesetzte verstoßen.

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