Mi, 19. September 2018

Knapper Kommentar

19.12.2012 06:50

US-Waffenlobby ist "traurig und todunglücklich"

Nachdem sie vier Tage geschwiegen hatte und sich nach dem blutigen Amoklauf an einer amerikanischen Volksschule vorerst nicht zu einem offiziellen Statement durchringen konnte, hat sich die mächtige US-Waffenlobby nun doch mit einer - allerdings ziemlich knappen - Stellungnahme zu Wort gemeldet. Man sei "schockiert, traurig und todunglücklich" über die "schrecklichen und sinnlosen Morde", erklärte die National Rifle Association. Wie berichtet, tobt in den Vereinigten Staaten seit der grausamen Bluttat eine heftige Diskussion um strengere Waffengesetze.

Um die mächtigste Stimme der Waffenlobby in den USA war es vor allem in den sozialen Netzwerken im Internet in den vergangenen Tagen auffällig ruhig gewesen. Man habe sich aus Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer nicht gleich äußern wollen, versuchte die NRA nun ihr langes Schweigen zu erklären. Zugleich meinte die Vereinigung (im Bild Vizepräsident Wayne LaPierre), die durch ihren mittlerweile verstorbenen Präsidenten Charlton Heston (weitere Bilder) weltweit zweifelhafte Bekanntheit erlangt hatte, sie wolle dazu beitragen, dass sich solche Morde nicht wiederholten.

Keine konkreten Schritte vorgeschlagen
Allerdings sagte die Organisation nicht, welche möglichen Schritte sie damit konkret im Auge habe. Wörtlich heißt es in der Erklärung knapp: "Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas niemals mehr geschieht."

Die NRA gibt es seit 1871. Sie vertritt die Sichtweise, dass mehr Waffen in Privathand ein Garant für Sicherheit seien, weil sich die Menschen dann selbst verteidigen könnten. Der Verein tritt daher strikt für das Recht auf das Tragen von Waffen ein und kämpfte bisher auch energisch gegen sämtliche Versuche, strengere Waffengesetze einzuführen. Derzeit weht der Organisation aber ein rauer Wind entgegen. In den USA wächst die Unterstützung für eine schärfere Waffenkontrolle. Auch Präsident Barack Obama bekräftigte bereits seine Forderung nach einem Verbot von Sturmgewehren.

"Mit strengeren Gesetzen ist es nicht getan"
Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündigte für Jänner einen Gesetzesvorstoß für ein Verbot dieser Waffen an. Der Amokläufer von Newtown hatte ein Sturmgewehr benutzt. Obama würde Feinsteins Gesetzesinitiative unterstützen, sagte sein Sprecher Jay Carney im Weißen Haus. Der Präsident befürworte eine striktere Überprüfung der Käufer beim Erwerb von Waffen. Nach Meinung Obamas sei es aber mit strengeren Gesetzen allein nicht getan, führte der Sprecher weiter aus.

20 Kinder in Volksschule erschossen
Indes wurden weitere der grausam ermordeten Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren in Newtown und Umgebung zu Grabe getragen. Die meisten Kinder und Jugendlichen in der Kleinstadt gingen am Dienstag wieder in die Schule. Nur die Überlebenden des Massakers blieben weiter zu Hause. Das Rätselraten über die Motive des 20-jährigen Täters Adam Lanza hält weiter an.

Lanza hatte am Freitag an der Sandy-Hook-Volksschule in Newtown, Connecticut, 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene erschossen. Danach tötete er sich selbst. Die Mutter des Täters, mit der er zusammengewohnt hatte, wurde ermordet in ihrem Haus in Newtown aufgefunden.

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