Fr, 16. November 2018

Bewirbt sich Wien?

11.12.2012 16:49

ÖOC-Präsident Karl Stoss: "Ich weiß nichts von Olympia"

Wien hat offenbar Olympia-Ambitionen. Am Freitag will die Wiener Stadtregierung die Volksbefragung für den März beschließen – ein Thema könnte eine mögliche Bewerbung um Sommerspiele sein! "2028 wären die nächsten, die halbwegs realistisch sind", behauptet Sport-Stadtrat Christian Oxonitsch. Allerdings: Mit dem ÖOC, das für die Austragung verantwortlich ist, hat niemand gesprochen – was Präsident Karl Stoss sehr wundert.

"Also ehrlich: Wenn man Olympia in Wien wirklich wollte, hätte man vielleicht mit uns reden sollen", wunderte sich Stoss über diese seltsame Idee. "Mit mir hat niemand darüber gesprochen, auch Bürgermeister Michael Häupl nicht. Aber vielleicht geht's ja gar nicht um die Sommerspiele – vielleicht will man Jugendspiele oder die neuen europäischen Spiele. Ich weiß jedenfalls nichts davon."

Und das ist äußerst eigenartig: Denn bewerben kann sich nur das Österreichische Olympische Comité! Stadtrat Oxonitsch gibt auch zu: "Wir wissen, dass das durchaus eine heftig diskutierte Frage ist, ob man sich dem stellen soll. Da wird es noch einige Diskussionen geben."

Österreich zuletzt stets abgeblitzt
Die kann man sich allerdings sparen, denn wenn man die letzten Bewerbungen Österreichs Revue passieren lässt, erkennt man die Aussichtslosigkeit: Sogar bei Winterspielen, wo wir eine sportliche Großmacht sind, wurde unser Land international gedemütigt! Für 2006 ließ das IOC Klagenfurt nicht einmal zur Wahl zu, 2010 erhielt Salzburg nur 16 Stimmen und 2014 nur 25 von jeweils über 100 Delegierten. Seitdem weiß man, dass eine Kandidatur sinnlos ist.

Kleine Nationen haben überhaupt keine Chance mehr: Für die Sommerspiele 1996 verlor sogar der sentimentale Topfavorit Athen – 100 Jahre nach den ersten Spielen der Neuzeit in der griechischen Metropole – gegen Atlantas Coca-Cola-Milliarden. Und dass die Hellenen acht Jahre später den Zuschlag bekamen, war nur ein Trostpflaster für die olympische Geburtsstadt: das letzte Mal, dass keine Großmacht Gastgeber sein durfte!

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