Fr, 17. August 2018

Nach Legalisierung

10.12.2012 18:02

Großer Andrang bei Homo-Trauungen in Washington

Zu Hunderten Trauungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren ist es am Wochenende in den Standesämtern des US-Bundesstaates Washington gekommen. Allein im Rathaus der Stadt Seattle fanden am vergangenen Sonntag nach Behördenangaben etwa 150 Hochzeiten statt - dem erstmöglichen Termin für die Eheschließung von Homosexuellen in Washington, seitdem diese im Zuge eines Referendums Anfang November legalisiert worden war.

Insgesamt beantragten in dem Bundesstaat im Nordwesten der Vereinigten Staaten der Zeitung "Seattle Times" zufolge mehr als 800 homosexuelle Paare eine Ehelizenz. Einige Standesämter hatten bereits eine Minute nach Mitternacht, nachdem das Gesetz kurz zuvor in Kraft getreten war, geöffnet und begannen mit den Zeremonien.

Vor dem Rathaus in Seattle feierten Schwule und Lesben ihre neuen Rechte. Die Bevölkerung von Washington hatte im Zuge eines Referendums Anfang November, das gleichzeitig mit der US-Präsidentschaftswahl abgehalten worden war, grünes Licht für die Homo-Ehe gegeben. Bereits verheiratete gleichgeschlechtliche Paare, dich sich zuvor in anderen Bundesstaaten das Jawort gegeben hatten, müssen sich in Washington nicht noch einmal trauen lassen, ihre Ehegelübde werden als legal betrachtet.

Grundsatzurteil des Höchstgerichts für 2013 erwartet
Die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare ist in insgesamt neun US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington zulässig. Der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) der USA hatte am vergangenen Freitag erklärt, sich im kommenden Jahr mit der heiklen Frage der Zulässigkeit homosexueller Ehen zu befassen. Der Grund: Bei einer Volksabstimmung in Kalifornien im November 2008 hatten 52 Prozent der Wähler gegen die Homo-Ehe gestimmt. Das mit dem Referendum (Proposition 8) verbundene staatliche Verbot wurde später für verfassungswidrig erklärt - mit der Begründung, dass der Staat ein bereits gerichtlich gewährtes Recht nicht wieder rückgängig machen könne.

Über den Rechtsstreit in Kalifornien hinaus wird der Supreme Court auch über die Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes entscheiden, das der Kongress 1996 verabschiedet hatte. Darin wird Bundesstellen untersagt, Partnern in Homo-Ehen die gleichen Vorteile zu gewähren wie Partnern in traditionellen Ehen. Dazu gehört etwa die Möglichkeit gemeinsamer Steuererklärungen und Krankenversicherungen.

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